Erkelenz: Nachhaltiger leben
VON ANKE BACKHAUS - zuletzt aktualisiert: 30.08.2010Erkelenz (RPO). Internationalität spiegelten die Teilnehmer des Klimacamps, zu dem die BUND-Jugend in der letzten Ferienwoche nach Borschemich eingeladen hatte. Es ging um die Folgen des Tagebaus und alternative Energien.
Gäste aus aller Welt haben sich in Borschemich versammelt. Rund um das Jugendhaus St. Josef an der Marienstiftstraße herrscht am Samstag eine ausgelassene Stimmung. Doch nicht die Party steht bei den Jugendlichen im Vordergrund, sondern ihr Treffen hat einen besonderen Hintergrund: Mit einem Straßenfest schließt die BUND-Jugend Nordrhein-Westfalen ihr erstes Klimacamp auf Erkelenzer Boden.
Eine Woche lang haben sich die jungen Menschen mit dem Braunkohlentagebau Garzweiler II auseinandergesetzt. Der einhellige Tenor dabei: "Wir lassen uns nicht verkohlen!" "Weil die Teilnehmer des Klimacamps 2010 aus so verschiedenen Richtungen angereist sind, haben sich natürlich völlig neue Perspektiven auf den Braunkohlentagebau Garzweiler II ergeben", sagte Pressesprecherin Jennifer Tißen, die daher auch von "erheblichen Reaktionen der Teilnehmer" sprach. Vor allem wollten sie mit den betroffenen Menschen ins Gespräch kommen, die der Umsiedlung nun gegenüberstehen.
BUND-Jugend
Geselligkeit Natürlich kam beim Straßenfest auch die Geselligkeit bei einem abwechslungsreichen Programm nicht zu kurz.
Mitmachen Die BUND-Jugend NRW freut sich über Mitstreiter, die sich an den Planungen neuer friedlicher Aktionen beteiligen wollen.
Diskussion mit Umsiedlern
Jennifer Tißen: "Wir haben sehr unterschiedliche Meinungen ausgemacht. Es gibt die Betroffenen, die über die anfänglichen Widerstände gesprochen, sich mittlerweile jedoch mit der Situation arrangiert haben. Dagegen haben wir auch Menschen kennengelernt, die nach wie vor kämpfen. Dadurch kam immer wieder das Stichwort Entwurzelung zur Sprache. Letztlich waren die Gespräche sehr spannend."
Um sich ein noch klareres Bild vom Tagebau zu verschaffen, unternahmen die Campteilnehmer eine Fahrradtour rund um das "Loch". An diesem "Abgrund" machten sich die jungen Leute erneut klar, wie wichtig es ist, eine nachhaltigere Lebensweise zu üben. Im Camp selbst probierten sie es aus, indem sie mit einem Fahrrad Strom selbst produzierten.
Außerdem ging es beim Camp um Klimaforschung, Atomausstieg und Energiegewinnung, Bionahrungsmittel, erneuerbare Energien und ökologische Landwirtschaft. Sogar Theater gegen den Klimawandel gab es. Jennifer Tißen: "Wir wollen den Geschehnissen nicht untätig gegenüberstehen und darum friedliche Proteste entwickeln."
Auch die Umsiedler schauten beim Fest vorbei. Höhepunkt des Straßenfestes war das Menschenwindrad, das die Campteilnehmer auf dem Borschemicher Sportplatz konstruierten. Die jungen Leute zeigten Einigkeit darüber, dass das Camp an einem Ort, wo es um Klimawandel geht, nicht die letzte Aktion sein soll.
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