Erkelenz: Neue Station fürs Krankenhaus
VON MARIO EMONDS - zuletzt aktualisiert: 07.10.2011Erkelenz (RP). Das Hermann-Josef-Krankenhaus Erkelenz und das Krankenhaus Heinsberg richten eine Palliativabteilung mit je vier Betten ein. Damit wird die Versorgung schwerstkranker Menschen im Kreis Heinsberg weiter ausgebaut.
Vor gut zwei Jahren war am Nordrhein – als Vorreiter bundesweit – die sogenannte "spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung" (SAPV) eingerichtet worden. Die soll schwerstkranken und sterbenden Menschen auch in ihrer letzten Lebensphase eine umfassende medizinische und pflegerische Betreuung, bei Bedarf rund um die Uhr, gewährleisten.
Das Erkelenzer Hermann-Josef Krankenhaus und das Städtische Krankenhaus Heinsberg gehen gemeinsam nun den nächsten Schritt: In ihren Häusern errichten sie eine Palliativstation mit jeweils vier Betten. Die entsprechende Zusage der Bezirksregierung flatterte vor kurzem ins Haus, Mitte 2012 soll der Betrieb aufgenommen werden.
Gemeinschaftsprojekt
Zeittafel
12.7.2010 Gemeinsamer Antrag der Krankenhäuser Erkelenz und Heinsberg auf Einrichtung einer Palliativabteilung bei der Bezirksregierung Köln.
November 2010 Anhörungsverfahren.
13.9.2011 Erhalt des Feststellungsbescheids der Bezirksregierung. Sie bewilligt je vier Palliativbetten für Erkelenz und Heinsberg.
Mitte 2012 (geplant): Eröffnung der beiden Palliativstationen.
Bei einem Pressegespräch im Heinsberger Rathaus stellten die beiden Krankenhäuser gestern das gemeinsame Projekt vor – für Erkelenz taten das Bürgermeister Peter Jansen und der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen in ihrer Eigenschaft als Mitglieder des Kuratoriums der Hermann-Josef-Stiftung, Verwaltungsdirektor Wolfgang Salz, Geriatrie-Chefarzt Dr. Christian Isensee und Geriatrie-Oberärztin Dr. Petra Deckert.
Acht Betten für den Kreis – das klingt erst einmal nicht nach viel. Generell gelte aber folgende Gleichung, erläuterte Salz auf Nachfrage: Pro eine Million Einwohner setze man einen Bedarf von 30 Palliativbetten an. "Das macht bezogen auf den Kreis Heinsberg zehn. Das Land hat dann noch mal nachgerechnet und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass acht auch reichen." Salz' Heinsberger Kollege Heinz-Gerd Schröders ergänzte, dass es ein derartiges Angebot zum Beispiel in Mönchengladbach und Düren noch gar nicht gebe.
Im Unterschied zum Hospiz, wo die Pflege im Vordergrund stehe, werde eine Palliativstation von Ärzten geleitet. Dazu kämen Krankenpfleger, Sozialarbeiter, Seelsorger und Physiotherapeuten. "Die Spiritualität spielt in der Palliativmedizin eine größere Rolle als sonst wo in einem Krankenhaus", unterstrich Isensee. Dementsprechend groß sei der Personalaufwand. Bereits seit einigen Jahren bietet dazu die Hermann-Josef-Stiftung die Ausbildung von sogenanntem Palliativ-Care-Fachpersonal im Doverener "Kühlerhof" an – diese Einrichtung nutzen auch Mitarbeiter des Heinsberger Krankenhauses.
"Eine Palliativstation ist keine Sterbestation", betonte Heinsbergs Anästhesie-Chefarzt Dr. Hans-Georg Troschke – und zitierte die Engländerin Cecile Saunders, die allgemein als Mutter der Palliativmedizin gilt: "Die Palliativmedizin soll das Leben nicht mit Tagen füllen, sondern die Tage mit Leben."
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