Erkelenz: Oldtimer – einfach wunderbar
VON CARSTEN PREIS - zuletzt aktualisiert: 29.08.2010 - 21:43Erkelenz (RPO). Dicke Wolken und einige Schauer konnten die heitere Stimmung bei der 15. Grenzlandrallye nicht trüben. Nostalgie auf Rädern prägte die Erkelenzer Innenstadt. Teilnehmer und Besucher teilen Jugendträume.
Für die Einen ist es der Gestank verbleiten Benzins, für die Anderen der Duft früherer Zeiten. Für die Einen sind es knatternde oder dunkel grollende Motoren, andere hören eine vielstimmige Symphonie. Diejenigen, die Oldtimer mit fast lyrischen Worten beschreiben, sind bei der 15. Grenzlandrallye der Dekra goldrichtig. Modelle von 1909 bis 1976 gehen in Erkelenz an den Start und sorgen vor allem bei vielen männlichen Besuchern für schmachtende Blicke.
Routiniers und Neulinge
Wie eine große Blechschlange aus höchst unterschiedlichen Gliedern zieht sich das Fahrerfeld durch die Erkelenzer Innenstadt. Die kleinen, quietschbunten Isettas fahren genauso vor wie pure Eleganz auf vier Rädern, wie etwa der weit ausladende Rolls-Royce Silver Cloud 2 aus dem Jahr 1961. "Klar vergleicht man untereinander", sagt Günther Götting aus Würselen. Der Rallyeteilnehmer sitzt im Pavillon der Fahrer und geht kurz vor dem Start noch einmal seine Papiere mit den Prüfungen durch.
Je mehr man sich mit dem Hobby Oldtimer beschäftige, je mehr falle einem bei anderen Fahrzeugen auf. Viel wichtiger noch als die technischen Aspekte sei jedoch das Verbindende: "Wir lernen ständig neue Leute kennen", sagt Götting, der zusammen mit seiner Frau Maria, so oft das Wetter es zulässt, den sportlichen TR 4 von Triumph bewegt. "An den Fahrzeugen hängen viele Jugenderinnerungen", erklärt er die Faszination. "Früher habe ich von solchen Autos geträumt", heute könne er sie sich leisten, sagt er mit einem Lächeln.
Nicht ganz so entspannt ist Ralf Kohnen aus Wegberg vor dem Start. Auf dem Rathausparkplatz legt er letzte Hand an seinen Volvo Amazon P121 von 1964 an. "Wir sind ein bisschen nervös", gibt er zu, und sein Beifahrer Justin Ferdinandus nickt. Der Volvo sei ihr erster Oldtimer, erst im Mai erstanden, und an einer Rallye nehmen sie ebenfalls zum ersten Mal teil. Dann reiht er sich ein zum Start.
Auf der Startlinie wird es gerade etwas lauter. Ein Wartburg 311 von 1965 wartet mit dem knatterndem Zweitaktmotor auf die Freigabe. Dann endlich geht es für Hans-Jürgen und Kathrin Erge aus Mönchengladbach auf die Strecke.
Zuschauer Wolfgang Bücker aus Jülich steht indes auf dem Johannismarkt und schaut dem Starterfeld bei der Aufstellung zu. VW Käfer stehen hier hinter PS-Monstern á la Ferrari 365. Seit er denken könne, sei er von Autos fasziniert, sagt der Jülicher. Er habe selbst fünf Exemplare. Dass er einen alten Fiat 500 aus Platzmangel verkaufen musste, tue ihm heute noch in der Seele weh. "Oldtimer sind einfach wunderbares Hobby", sagt er.
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