Erkelenz: Per Maus zum Bürgermeister
VON KRISTINA HELLWIG - zuletzt aktualisiert: 26.01.2007Erkelenz (RPO). Mit einem neuen Bürgerinformationsdienst möchte die Stadt die politische Arbeit im Stadtrat und seinen Fachausschüssen für alle Erkelenzer transparenter machen. Einzige Zugangsvoraussetzung ist ein Internetanschluss.
Homepage aufpoliert
Die Einführung des Bürgerinformationssystems ist der erste Schritt eines runderneuerten Internetauftritts der Stadt. Mit weniger Klicks besser zum Ziel heiße die Devise, kündigte der Bürgermeister an. Allerdings wird das wohl noch bis April dauern.
Wenn’s um die Lokalpolitik geht, sollten nicht nur die örtlichen Politiker und Journalisten umfassend informiert sein. Findet man bei der Stadt Erkelenz. Und deswegen ist aus dem Ratsinformationsdienst im Internet jetzt auch ein Bürgerinformationsdienst geworden. Dort kann jedermann Einblick nehmen in die Tagesordnungen und Vorlagen von Ausschuss- und Ratssitzungen sowie in die Niederschriften vergangener Treffen. Von der Startseite der städtischen Homepage www.erkelenz.de führt zurzeit oben rechts ein Link zum „Informationssystem Rat und Sitzungsdienst“. „Wir wollen die Ratsarbeit für die Bürger transparenter machen“, sagte Bürgermeister Peter Jansen gestern bei der Vorstellung des Dienstes.
Stadträte seit zwei Jahren online
Die Ratspolitiker sind bereits seit 2004 mit dem System vertraut. Die Papierflut, die mit den Einladungen für Ausschuss- und Ratssitzungen verbunden ist (50 Ratsleute, über 400 Beratungsgegenstände im Jahr, die zum Teil in mehreren Sitzungen behandelt werden), hatte den Ausschlag für das elektronische System gegeben. Und bis auf ein Ratsmitglied, das keinen Internetzugang habe, nutzen laut Jansen alle Stadträte den Info-Dienst ohne Probleme. Deswegen hat die Verwaltung sich entschlossen, das System für die Bürger zu öffnen.
Das Infosystem gliedert sich in drei Gruppen: Gremien, Sitzungen, Recherche. Unter Gremien erhalten die Nutzer der Seite sowohl Informationen zu den Ratsmitgliedern als auch zu den Gremien – vom Rat bis zu den Bezirksausschüssen. Letzteres ist in seiner Ausführlichkeit neu: Die Besetzung der Bezirksausschüsse und ihre Tagesordnungen suchte man auf der städtischen Homepage bislang vergeblich. Aber auch für die Fachausschüsse sind die Informationen besser gebündelt und tiefer gehend.
Wer etwas zu der Arbeit der einzelnen Ausschüsse wissen möchte, geht über die Rubrik Sitzungen. Dort lassen sich mit wenigen Klicks alle vergangenen und zukünftigen Sitzungen aufrufen, Tagesordnungen und Beschlussvorlagen einsehen. Thematisches Suchen ist unter der Überschrift Recherche möglich. Wer beispielsweise die Beschlüsse zum Thema Bauxhof lesen möchte, gibt das Suchwort Bauxhof ein – und erhält nicht nur den Verweis auf die Sitzungsunterlagen, sondern kann auch in den Niederschriften die Diskussion nachlesen.
In Aachen, wo dasselbe System verwendet wird, sei die Zahl der Internetzugriffe nach Einführung des Bürgerinformationssystems deutlich gestiegen, sagte José Coenen, der in der Stadtverwaltung für den Bereich zuständig ist. Bürgermeister Jansen rechnet außerdem damit, dass mit mehr Informationen auch die direkten Fragen der Bürger bei der Verwaltung mehr werden. „Damit müssen wir dann arbeiten.“
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