Erkelenz: Pfarrfusion – dem Stern folgen
VON DANIELA GIESS - zuletzt aktualisiert: 05.01.2009Erkelenz (RPO). Sie beteten gemeinsam das Vaterunser, hielten sich dabei an den Händen. Borschemicher und Erkelenzer feierten gestern zusammen Gottesdienst – und besiegelten die Fusion der Pfarrgemeinden St. Martinus und St. Lambertus.
Wehmut war dabei, als die Messdiener und Sternsinger aus dem kleinen Ort, der bald den Braunkohlebaggern weichen muss, an den Altar traten. Die Mädchen und Jungen hatten, passend zum Gottesdienst-Motto „Und sie folgten dem Stern“ eine Collage angefertigt, auf der ein blauer Himmel mit leuchtenden Sternen zu sehen war. Gedanken, Sorgen, Gefühle, Hoffnungen und Visionen würden darin ausgedrückt, erläuterte der Erkelenzer Pastor Werner Rombach.
„Sterne sind Zeichen der Hoffnung. Sie sagen: ,Es geht weiter’, sie fordern uns auf, kreativ zu sein und etwas mitzunehmen in die neue Heimat. Blumen zum Beispiel oder Sträucher“, erklärten die Kinder und Jugendlichen aus Borschemich. „Sterne schenken uns Hoffnung, auch wenn unsere Zukunft ungewiss ist.“ Die schönen alten Bäume in Borschemich könnten sie nun bald nicht mehr sehen. Aber sie seien sicher, dass man sich auch in der neuen Umgebung an der Natur erfreuen könne.
An Altem festhalten, Neues wagen
Pastor Rombach sprach von einem „Scheideweg, an dem viele Menschen aufeinander treffen, die sich vorher nicht kannten“. Solle man an Altem festhalten oder Neues entdecken? Die Gottesdienstbesucher – für die Erkelenzer hatte RWE Power einen Bus für die Anfahrt zur Verfügung gestellt – rief der Geistliche auf, „miteinander in der Kraft des Glaubens auf dem Weg zu sein“. Gemeinsam wolle man dem Stern folgen wie seinerzeit die Heiligen Drei Könige, auf dem Weg einander wahrnehmen und suchen, dabei Licht und Kraftquelle für andere Menschen sein.
Seit 1. Januar gilt der Fusionsvertrag, der bereits am 21. November unterzeichnet wurde. Die Pfarrgemeinde St. Martinus Borschemich wurde als Kapellengemeinde in die Erkelenzer Pfarrgemeinde St. Lambertus aufgenommen. Am vergangenen Sonntag hatten sich die Borschemicher in einem sehr stimmungsvollen und zu Herzen gehenden Gottesdienst von den anderen Gemeinden in der Gemeinschaft von Gemeinden (GdG) St. Maria und Elisabeth verabschiedet, der sie nun nicht mehr angehören.
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