Erkelenz: Regeln auch für Radler
VON ANKE BACKHAUS - zuletzt aktualisiert: 31.07.2010Erkelenz (RPO). Zu unbekümmert gehen die "Pedalritter" auf Tour – das meint Friedel Wilms. Der Leiter
des Straßenverkehrsamtes gibt wertvolle Tipps und sagt auch, dass gerade der Helm Teil der Ausrüstung sein sollte.erkelenzer land Sommerzeit ist auch Radfahrzeit. Doch wenn Friedel Wilms, Leiter des Kreis Heinsberger Straßenverkehrsamtes, mal selbst mit dem Fahrrad unterwegs ist und das Verhalten anderer Radfahrer im Straßenverkehr beobachtet, wird er oft nachdenklich. "Es ist ein Grundproblem, dass viele Menschen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, die Verkehrsregeln nicht beachten", sagt er.
Allein schon wegen der eigenen Sicherheit richtet sich daher Wilms' Appell an die Radler, gibt es doch im Alltag genügend Situationen und neuralgische Punkte, die den Radfahrer in große Gefahr bringen. Wilms: "Die Beschilderung ist das A und O. Wir haben im Kreis Heinsberg ein gutes Radwegenetz mit dem Knotenpunktsystem, das ständig überprüft wird und damit aktuell ist." Vor allem aber sei wichtig, dass die Radfahrer bei ihren Touren auf die extra ausgewiesenen Radwege achten. "Die blauen Verkehrsschilder bedeuten nichts anderes als eine Benutzungspflicht für Radfahrer. Dies gilt auch für die kombinierten Rad-Gehwege oder auch die Radfahrstreifen. Anderes gilt für den Schutzstreifen, da dieser Streifen am Fahrbahnrand bei Bedarf auch von Autofahrern genutzt werden darf."
Auf der falschen Seite
Was viele Radfahrer bei ihren vielfältigen Touren nicht wissen: Sie dürfen die Radwege nicht in der entgegengesetzten Richtung benutzen, wenn sie nicht auch durch das blaue Schild gekennzeichnet sind. "Das könnte die Polizei ahnden, wenn sie Radfahrer auf der falschen Seite bemerken", so Friedel Wilms.
Auch beim Thema Helm hat Wilms eine klare Meinung: "Eine Pflicht, die Helme beim Radfahren zu tragen, gibt es nicht. Sie machen aber bei einem Unfall sehr viel Sinn, da so die Unfallfolgen reduziert werden können. Zudem unterstützt die Polizei in Kindergärten und Schulen den Fahrradhelm." Gerade Eltern würden hier eine Vorbildfunktion für ihre Kinder ausfüllen. Mit Wohlwollen erkennt Wilms immer mehr Erwachsene, vor allem Senioren, die mit Helm auf dem Fahrrad unterwegs sind. Klar, dass dazu – gerade bei Dunkelheit – entsprechende Kleidung mit Reflektoren gehört.
Das Radfahren auf Einbahnstraßen in entgegengesetzter Richtung sieht Friedel Wilms mit Sorge. Mit der Aachener Straße in Erkelenz hat er ein Beispiel parat, das er für nicht ganz so glücklich hält, denn: "Die Straße ist eng. Wenn dann die Autofahrer auch noch so parken, dass ein Teil des Fahrzeuges in die Fahrbahn hineinragt, ist das für den Radfahrer nicht mehr ganz so angenehm und kann zu gefährlichen Situationen führen." Einen Unfallhäufungspunkt hat das Straßenverkehrsamt hier allerdings nicht ausgemacht.
Sich selbst schützen
Letztlich weiß Wilms: Gute Ratschläge und Hinweise sind die eine Seite, die Radfahrer die andere. "Sie müssen sich selbst schützen und an Punkten wie Einmündungen und Querungen ganz besonders auf die anderen Verkehrsteilnehmer und damit auf ihre Sicherheit achten."
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