Erkelenz: Schlechte Ernte
VON CARSTEN PREIS - zuletzt aktualisiert: 01.09.2010Erkelenz (RPO). Das Wetter strapazierte lange die Nerven der Bauern im Erkelenzer Land. Die Erntebilanz fiel zwar besser aus als zunächst befürchtet. Dennoch haben manche Betriebe mit teils erheblichen Einbußen zu kämpfen.
KREIS HEINSBERG Für Landwirte war es wetterbedingt ein aufregendes Jahr, bilanziert Bernhard Conzen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft. In der Summe komme die Landwirtschaft im Kreis – bei leicht unterdurchschnittlichem Ergebnis – mit einem blauen Auge davon.
Stabile Preise erwartet
Nach einem durchwachsenen Jahr erwartet Conzen stabile Preise für Verbraucher, steigende Preise für Futtermittel und hofft auf einen goldenen September. Der lange Bodenfrost sei schon frühzeitig ein schlechtes Vorzeichen für die Ernte gewesen, erläutert Conzen. Besonders der Mais sei davon betroffen. Die Spätsaaten des Dezembers hätten es vor dem Frost kaum geschafft Wurzeln zu bilden und darüber Kraft zu sammeln. Nach der Hitzephase habe der Mais nur noch wenig von den Niederschlägen profitieren können. Zehn bis 15 Prozent werde hier die Ernte niedriger ausfallen als im Vorjahr. Auf schlechteren Lagen könnten die Einbußen auch 20 bis 30 Prozent betragen.
Zahlen zur Erntebilanz
Bundesweit wird der Rückgang des Ernteertrags zum Vorjahr auf rund zehn bis zwölf Prozent geschätzt.
Kreis Heinsberg Der Kreis steht wegen seiner im Durchschnitt besseren Böden leicht besser da.
Mais Durch Frost und geringe Niederschläge fällt die Ernte geringer aus und wird rund zwei Wochen später stattfinden.
Bei dem im Kreis stark verbreiteten Winterweizen und der Wintergerste zeige sich ein ähnliches Bild. Durchschnittlich zehn Prozent geringer sei hier der Ertrag zum Vorjahr. Auf schlechten Böden könnten es bis zu 40 Prozent sein. Grund für die große Spanne sind die lange Zeit geringen Niederschläge in Verbindung mit schlechteren, sandigen Böden, wie sie im Wegberger Raum und zwischen Birgden und Niederbusch in der Nähe Gangelts, vorkommen. Sie können Wasser weniger gut speichern. Ohne Flüssigkeit können die Pflanzen Nährstoffe jedoch nicht aufnehmen und wachsen entsprechend schlecht. "Wie die Kartoffeln die Hitze überstanden haben, wissen wir noch nicht", sagt Conzen. Wie hier die Ernte ausfalle, müsse sich erst noch zeigen.
Besser sehe es da mit den Zuckerrüben aus. "Die Rüben haben es überstanden", sagt er. "Wenn wir einen goldenen September bekommen, könnten sie wieder aufholen". Bei klassischen Betrieben mit guten Böden lägen Erträge nur rund ein bis zwei Prozent hinter dem Vorjahr. Im Vergleich zum fünfjährigen Mittel sei der Durchschnitt sogar nur drei bis vier Prozent im Minus. "Das tut keinem weh", betont er. Preisanstiege wegen Getreidemangels seien nicht zu befürchten. In der Bundesrepublik werde jährlich 42,5 bis 43 Millionen Tonnen Getreide verbraucht. 44 Millionen Tonnen habe die Ernte gebracht. Teurer werde es aber für Betriebe, die auf Futtermittel angewiesen seien. Im Vorjahr seien die Preise auf einem historischen Tief gewesen. Mit bis zu 25 Prozent Verteuerung rechnet Conzen in diesem Bereich. Frage des Tages
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