Erkelenz: Selbstbewusst durchs Malen
zuletzt aktualisiert: 15.04.2008Erkelenz (RPO). Karola Fels, freischaffende Künstlerin aus Bocholt, arbeitete ein halbes Jahr mit den Kindern der Grundschule Houverath am Projekt zum Thema Malerei. Im Gespräch mit RP-Mitarbeiterin Fiona Orpin erläutert sie die Ziele.
Wie kam es zu dem Projekt?
Fels Ich hatte den Kindern Bilder von Picasso gezeigt, um sie an Formen und Farben heranzuführen. Ihre Begeisterung machte mich nachdenklich, und ich fand, dass man das Thema richtig vertiefen sollte. Anfangs hatte ich Sorge, dass das alles etwas zu anspruchsvoll wäre. Aber die Kinder sind unglaublich offen und neugierig darauf zugegangen.
Gab es keine Einwände oder zumindest Erstaunen seitens der Eltern, was die Unterrichtsreihe angeht?
Fels Überhaupt nicht. Die Eltern hier sind sehr engagiert, ich habe viel Unterstützung und Zuspruch bekommen. Viele Eltern sind mit mir einer Meinung, dass Kunst das Leben ihrer Kinder bereichert. Besonders Eltern von Jungen freuen sich, dass sich ihre Kinder plötzlich für Kunst interessieren und gerne Malen. Die Kinder sind selbstbewusster geworden.
Es war also auch Ziel, Selbstbewusstsein zu vermitteln?
Fels Unbedingt. Für mich gibt es keine schlechten Künstler. Ich möchte nicht differenzieren, wer malen kann und wer nicht, sondern jedes Kind zur Kreativität animieren. Man muss die Kinder so akzeptieren, wie sie sind. Und wenn ich Noten verteile, geschieht dies auf der Basis von Kreativität und Sauberkeit beim Malen, jedoch mache ich den Kindern klar, dass die Note nicht unbedingt etwas über ihr Gesamttalent als Künstler aussagt. Denn ich erinnere mich, das in meiner eigenen Schulzeit am meisten gehasst zu haben: die Undurchsichtigkeit und Ungerechtigkeit beim Notenverteilen.
Sind weitere Kunstprojekte geplant?
Fels Vorerst warten wir den Ausgang des Wettbewerbs ab, aber natürlich schwirren mir bereits neue Pläne im Kopf herum. Die Reaktionen der Kinder spornen mich an. Wenn eines von ihnen in zwanzig Jahren in einem Museum steht, sich ein abstraktes Bild anschaut und sich erinnert, durch mich das erste Mal so mit der Kunst in Berührung gekommen zu sein, wäre das das Schönste, was ich mir vorstellen kann.
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