Erkelenz: Städtisches Gymnasium Hückelhoven
zuletzt aktualisiert: 26.01.2011 - 18:06Gundi Sanders-Edel, stellvertretende Leiterin des Städtischen Gymnasium Hückelhoven, spricht im Interview mit der RP über 18 Jahre Ganztagsschule.
Daten und Fakten
Zahlen: 378 Schüler, 34 Lehrer, durchschnittliche Klassengröße: 23,4 Schüler.
Unterrichtsstunden: 45 Minuten. Zeiten Unterrichtet wird von 8 bis 15.45 Uhr mit einer einstündigen Mittagspause, das Essen kommt von einem Caterer (zwei Menüs stehen zur Auswahl, Preis 2,50 Euro).
Anmeldetermine: 14. Februar bis 18. März.
www.wir-in-der-schlee.de
Was sind die Schwerpunkte und Besonderheiten Ihres Bildungskonzeptes?
Sanders-Edel Seit 1992 sind wir ein Ganztagsgymnasium und gehören damit zu den frühen Ganztagsschulen. Diese Schulform ermöglicht uns unter anderem ein erweitertes Unterrichtsangebot mit neuen Lernchancen, individuelle Förderung der Stärken und Interessen in Kleingruppen, eine qualifizierte Hausaufgabenbetreuung, ein erweitertes Stundenangebot zur fachlichen und methodischen Vertiefung und ein vielfältiges Angebot an Arbeitsgemeinschaften. Bereits vor den Sommerferien bieten wir einen Kennenlerntag für die Neuen mit den künftigen Klassenlehrern an, damit sie unsere Angebote kennenlernen können. Den neuen Fünftklässlern stehen außerdem am Anfang Paten aus der neunten Jahrgangsstufe zur Seite. Auch haben wir über den Förderverein und die Stadt in ein Lernzentrum investiert, das die Schüler auch samstags nutzen können während der Öffnungszeiten der Bibliothek. Das Zentrum kann auch von den Klassen und in den Freistunden besucht werden. Wir verfügen zudem über sehr viele moderne Medien- und Fachräume mit Smartboards und Computern.
In welcher Weise fördern Sie Schüler, die Schwächen haben, den Unterrichtsinhalten zu folgen?
Sanders-Edel Wir sind eine „Komm mit!“-Schule, was bedeutet, dass kein Schüler allein zurückgelassen wird. Für die etwas schwächeren Schüler bieten wir in den Hauptfächern – Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch und Latein – Förderkurse an. Und zwar für die Klassen fünf bis zehn. Grundsätzlich fördern wir unsere Schüler auch bei der Berufsfindung durch Praktika und gezieltes Bewerbungstraining. Auch organisieren wir einen vielfältigen Austausch mit unseren Partnerschulen in Frankreich, Spanien, den Niederlanden und der Türkei.
Gibt es ein Merkmal, das Ihre Schule von anderen abhebt?
Sanders-Edel Wir haben uns dem Projekt „Schule ohne Rassismus“ angeschlossen, was heißt, dass wir uns gegen Fremdenfeindlichkeit wehren und Integration leben. Wir haben in dem Zusammenhang an der Ausstellung und dem Projekt Spurensuche teilgenommen. Im Herbst wird es bei uns NRW-weit wieder ein Zirkusfestival geben.
Wie werden an Ihrer Schule besonders begabte Schüler gefördert?
Sanders-Edel Begabungen werden bei uns in Profilkursen gefördert – in den Klassen fünf bis sieben sind das zwei Stunden pro Woche, in denen die Schüler ihren Stärken im künstlerischen, mathematischen oder sprachlichen Bereich nachgehen können. Eine Gruppe übt zum Beispiel ein englischsprachiges Theaterstück ein. Auch können unsere Schüler an nationalen und internationalen Wettbewerben teilnehmen. Eine Schülerin hat zum Beispiel gerade beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen in Latein einen ersten Platz gemacht. Ein anderes großes Projekt ist „Jugend debattiert“.
Auf welche Leistung Ihrer Schule waren Sie im vergangenen Jahr besonders stolz?
Sanders-Edel Auf die Erfolge bei „Jugend forscht“. Und außergewöhnlich ist, dass wir erstmals einen Leistungskursus in Latein und einen in Sport – in welchem Bereich wir als Schule sehr gut ausgestattet sind – anbieten können.
Andreas Speen stellte die Fragen.
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