Kreis Heinsberg: Tote Soldatin der "Gorch Fock" geborgen
zuletzt aktualisiert: 16.09.2008 - 11:02Knapp zwei Wochen nach dem mysteriösen Verschwinden einer 18-jährigen Soldatin aus Geilenkirchen von Bord des Segelschulschiffs "Gorch Fock" ist deren Leiche in der Nordsee entdeckt worden.
Die Besatzung eines Fischereiaufsichtsbootes hatte den leblosen Körper am Montagabend rund 120 Kilometer nordwestlich von Helgoland aus dem Wasser geborgen, wie die Staatsanwaltschaft Kiel am Dienstag mitteilte. Die Leiche wurde damit knapp 150 Kilometer vom Unglücksort entfernt gefunden.
Laut Obduktionsergebnis ist die Todesursache Ertrinken. Anzeichen von Fremdeinwirkung gab es nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht. Die Ermittlungen laufen dennoch weiter. Derzeit würden rund 50 Zeugenaussagen geprüft, sagte Oberstaatsanwalt Uwe Wick. Nähere Angaben zum Ermittlungsstand wollte er jedoch nicht machen.
Die Offiziersanwärterin aus Geilenkirchen war in der Nacht zum 4. September während der Seewache aus noch unbekanntem Grund über Bord gestürzt. Zum Zeitpunkt des Unglücks fuhr die "Gorch Fock" in der Deutschen Bucht zehn Seemeilen (rund 18,5 Kilometer) nördlich von Norderney unter vollen Segeln. Nach Angaben der Marine war die Schiffslage trotz zwei Meter hoher Wellen und Windstärke sieben ruhig und stabil. Die Marine schloss Nachlässigkeiten bei den Sicherheitsmaßnahmen aus.
Die Marine hatte in der vergangenen Woche die gezielte Suche nach der Soldatin eingestellt. Zuvor hatten sich unter anderem Schiffe, Hubschrauber und Tornado-Aufklärungsflugzeuge an der mehrere Tage dauernden Suchaktion in der Nordsee beteiligt. Die Chancen, die Soldatin lebend aus dem Meer zu bergen, wurden jedoch als gering eingeschätzt. Die Wassertemperatur betrug zum Unglückszeitpunkt 17 Grad Celsius.
Anfang vergangener Woche hatte die Drei-Mast-Bark ihren am 28. August begonnenen Ausbildungstörn in Richtung Dublin fortgesetzt. Ein ursprünglich geplanter Besuch in Hamburg war abgesagt worden. An Bord des Schiffes befinden sich 107 Offizieranwärter des Jahrgangs 2008, darunter 24 Frauen. Zur Stammbesatzung gehören 100 weitere Soldaten.
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