Erkelenz: Viel Spaß ohne Glas
VON CARSTEN PREIS - zuletzt aktualisiert: 17.02.2012Erkelenz (RP). Erstmals durften am Altweibertag keine Glasflaschen auf den Erkelenzer Johannismarkt mitgebracht werden. Bei den jungen Leuten zeigte das Verbot Wirkung. Fraglich bleibt, ob auch weniger Alkohol getrunken wurde.
"Ab hier Spaß nur ohne Glas", stand gestern an den Ein-gangstoren zum Erkelenzer Johannismarkt. Mit einem Verbot für Glasflaschen und Absperrungen versuchte die Stadt der vielen Scherben vergangener Jahre Herr zu werden. Damit verbunden war die Hoffnung, den ausufernden Alkoholkonsum einzudämmen.
Kontrollen greifen
Bei den Jugendlichen ist die Maßnahme umstritten. Vergleichsweise entspannte Szenen spielten sich am Nachmittag auf dem Johannismarkt ab. Viele bunt verkleidete Jugendliche tanzten, lachten und hatten Spaß. Tatsächlich war der Platz um kurz nach 14 Uhr beinahe glasfrei.
Kontrollaktion
Kontrolleure Insgesamt 26 Kontrolleure überwachten die vier Zugänge zum Johannismarkt in Erkelenz. Dazu gehörte das Personal des Ordnungsamtes und Helfer aus anderen Bereichen der Stadtverwaltung.
Kosten 4000 Euro
Beschluss Vor rund zweieinhalb Monaten hatte der Sozialausschuss der Stadt Erkelenz das Verbot beschlossen.
Die Kontrollen an den vier Zugängen griffen. "Ich finde das Kontrollieren in Ordnung", sagte Gibran Hussein, der als Bayer in Lederhosen mit Freunden vor dem Katholischen Jugendheim "Katho" stand. "Die Kontrolleure kriegen das gut hin. Wir mussten kaum warten", sagte der 17-Jährige. Die Stimmung, so sein Urteil, sei entspannter als in den Jahren zuvor.
An Burg-, Brück-, Kirch- und Gasthausstraße hieß es für Besucher: Taschen auf! Glasflaschen kamen direkt in nebenstehende Tonnen. Dieter Stumm, Leiter des Ordnungsamtes, war über das Verständnis der Jugendlichen erfreut. Die vielen Glasscherben habe man unterbinden können, ohne die Leute am Feiern zu hindern, sagte er. Auffällig war: Die Jecken waren auf das Verbot vorbereitet. In Gruppen wurden Plastikflaschen mit alkoholischen Mixen herumgereicht. Bierdosen zierten vielfach die Hände junger Leute in Bären, Tiger und Glücksbärchi-Kostümen.
Ob das Glasverbot auch zu weniger Alkoholkonsum geführt hat, war gestern entsprechend umstritten. "Wer trinken will, der trinkt auch", meinte die 16-jährige Gina. Sie gehörte mit ihrer Freundin Susie und dem 20-jährigen Peter (alle Namen von der Redaktion geändert) zu den Wenigen am Nachmittag, die auf den Marktplatz auswichen.
"Die Älteren nehmen Hochprozentiges mit und geben es nach der Kontrolle den Jüngeren wieder. Das bringt gar nichts", meinten die Jugendlichen. Wenn überhaupt, werde eben an anderer Stelle getrunken.
Vorsichtig optimistisch zeigte sich Dr. Beate Bialas, Oberärztin im Erkelenzer Krankenhaus. Am späten Nachmittag wusste sie lediglich von einen Fall von Alkoholmissbrauch zu berichten. Sie hofft deshalb auf eine bessere Bilanz als in den Vorjahren.
Ob die Verbotsaktion in Erkelenz ein Erfolg sei, müsse sich noch zeigen, sagte Bürgermeister Peter Jansen. Endgültig Bilanz gezogen wird erst ab Aschermittwoch. Frage des Tages
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