Erkelenz: Waffenhandel: Linken-Politiker unter Verdacht
VON ANDREAS SPEEN UND GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 06.08.2010 - 11:12Erkelenz (RPO). Bei den Ermittlungen in dem Mord an einem Augenarzt ist ein Politiker ins Visier der Ermittler geraten. Das ZDF hatte in der Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" über den ungeklärten Fall berichtet.
Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach bat die Zuschauer um Hilfe. Ein Schlüssel zur Aufklärung ist die Auffindung der Mordwaffe. Die Maschinenpistole wurde nach Aussage der Ermittler von Manfred Hämmerle geliefert. Der Mann ist der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei in Hückelhoven. "Er wird beschuldigt, mehrfach illegal Schusswaffen besorgt zu haben", erklärte die Staatsanwaltschaft.
"Anfang des Jahres sind wir von der Kriminalpolizei darüber informiert worden, dass gegen Manfred Hämmerle ermittelt wird", bestätigte gestern Bernd Jansen, Bürgermeister von Hückelhoven. Laut Staatsanwaltschaft hat der Politiker gegen das Kriegswaffengesetz verstoßen. Unter Mordverdacht stehe er jedoch nicht.
Der Fraktionschef der Linken im Landtag, Wolfgang Zimmermann, zeigte sich überrascht. Wie bei jedem Ermittlungsverfahren gelte auch hier zunächst die Unschuldsvermutung. Sollte sich aber herausstellen, dass die Vorwürfe gegen Hämmerle zutreffen, könne er sich nicht vorstellen, "dass er Mitglied unserer Partei bleiben kann. Die Linke ist eine Friedenspartei. Mitglieder, die mit Waffen handeln, sind bei uns fehl am Platz."
Peter Biesenbach, Innenexperte der CDU-Landtagsfraktion, erklärte, der Fall zeige, dass die "Linkspartei ein Sammelbecken von Extremisten" sei. Die Partei sei "zu schnell gewachsen". Offenbar sei die Parteiführung nicht in der Lage, zu verhindern, dass fragwürdige Mitglieder Ämter bekleiden. Arndt Klocke, Fraktionsvorstand der Grünen im Landtag, sagte hingegen, es sei "unseriös", Verfehlungen von Mitgliedern auf die Partei zu projizieren und damit "politische Stimmungsmache" zu betreiben.
Der Linken-Politiker und das Mordopfer waren offenbar befreundet und unternahmen gemeinsame Motorradtouren. Die Waffe war nach den Ermittlungen vor der Tat im Besitz des Opfers. Hämmerle soll die Maschinenpistole beschafft haben. Der Augenarzt soll versucht haben, die Waffe an einen Albaner zu verkaufen. Das Waffengeschäft könnte das Motiv für den Mord sein.
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