Kreis Heinsberg: Waldorfschule kämpft um ihre Zukunft
zuletzt aktualisiert: 06.12.2006Kreis Heinsberg (RPO). Die im Trägerverein zusammengeschlossenen Eltern und Förderer der „Freien Waldorfschule Kreis Heinsberg“ wollen für die Zukunft der Schule kämpfen. Wie Geschäftsführerin Stephanie Veile gestern in einer Pressemitteilung erklärte, haben Mitglieder von 80 der derzeit 99 Familien, die Kinder an der Waldorfschule haben, bei der Mitgliederversammlung am Montag eine entsprechende Willensbekundung unterzeichnet.
„Die Sicherung der langfristigen Unterbringung der Schule ist seitens der Bezirksregierung eine wesentliche Voraussetzung für den Erhalt der Schulgenehmigung“, schreibte Veile. Diese langfristige Unterbringung solle nach wie vor in der früheren Sprachbehindertenschule Dalheim-Rödgen erfolgen. „Die Stadt Wegberg ist uns durch die angebotene achtjährige Ratenzahlung sehr entgegengekommen, und so ist nicht der Ankauf des Schulgebäudes das eigentliche Problem, sondern der geforderte Nachweis der Gesamtfinanzierung für die kommenden Jahre, also bis zum Vollausbau (320 Schüler) der Schule 2015.“ Hierfür sei ein Investitionsvolumen von rund 3,6 Millionen Euro notwendig, was zu rund 75 Prozent über Kapitalmarktmittel und zu 25 Prozent aus Eigenmitteln des Schulträgers aufgebracht werden müsse. „Bereits jetzt müssen wir der Bezirksregierung nachweisen, ob das Geld in den kommenden Jahren von den Banken bereitgestellt wird und wie wir die Eigenmittel erbringen werden“, heißt es in der Erklärung. Mit zwei Banken sei der Verein im Gespräch. Für die Erarbeitung der endgültigen Kreditentscheidung aber benötige der Verein noch mehr Zeit.
Investor gesucht, der vermietet
„Mit Unterstützung unseres Rechtsanwaltes wurden am Montag Wege aufgezeigt, die jetzt weiter geprüft werden“, schreibt Veile. Eine Möglichkeit sei, dass die Schule einen Investor findet, der bereit sei, die Gebäude von der Stadt Wegberg zu erwerben und an die Schule zu vermieten. „Zudem müsste er die notwendigen Erweiterungsbauten in den kommenden Jahren bauen und der Schule zur Verfügung stellen.“ Voraussetzung sei, dass sich die Bezirksregierung erneut bereiterkläre, die Frist für den Nachweis der Gesamtfinanzierung zu verschieben, und zwar auf Anfang März 2007. Geprüft werde auch, ob die Schule ab Sommer 2007 von einem dann neu gegründeten Schulverein fortgeführt wird.
„Wir gehen davon aus, dass wir bis Mitte Februar die erforderlichen Grundlagen für die weiteren Entscheidungen der Banken vorbereitet haben. Bis auf Weiteres finden regelmäßig Mitgliederversammlungen statt“, heißt es in dem Schreiben.
Die Waldorfschule im aktuellen Übergangsdomizil am Ratheimer Zechenring besuchen derzeit 120 Kinder in sieben Klassen.
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