Erkelenzer Land: Wenig Waldschäden nach Kyrill
VON MARIO EMONDS UND ANGELIKA HAHN - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012Erkelenzer Land (RP). Vor fünf Jahren hinterließ der Orkan schwere Schäden im ganzen Land. Auch im Kreis hatten die Einsatzkräfte jede Menge zu tun. Eine gute Nachricht kommt jetzt vom Forstamt: Die Wälder der Region kamen glimpflich davon.
Fünf Jahre ist es her, seit der Orkan Kyrill mit Windgeschwingkeiten bis zu 225 km/h über Teile Europas fegte und auch in Deutschland teilweise verheerende Schäden hinterließ. Auch im Erkelenzer Land kamen Feuerwehren, Polizei und Bauhofmitarbeiter am 18. und 19. Januar 2007 kaum zur Ruhe. Von 286 Einsätzen im Kreis wurde berichtet.
In Wegberg und Wassenberg blockierten umgestürzte Bäume Straßen, Erkelenz sagte den Wochenmarkt ab, Dachpfannen drohten auf die Fußgängerzone zu fallen. In Katzem wurde ein Dach abgedeckt, Dachteile des Raiffeisenmarktes an der Tenholter Straße landeten auf der nahen Eisenbahnstrecke. In Birgelen knickten 100 Bäume in einem ortsnahen Wäldchen um.
2500 Kubikmeter Schaden-Holz
Alles in Allem aber blieben die Forstschäden gering. Die Waldbestände im Erkelenzer Land sind glimpflich davongekommen – diese Bilanz zieht Joachim Knoth vom Hürtgenwalder Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde fünf Jahre nach Kyrill. In Nordrhein-Westfalen waren gut 90 Prozent der beschädigten Bäume Fichten.
"Die Waldschäden im Erkelenzer Land hielten sich mit 2500 Kubikmetern Holz dagegen in Grenzen – und das konnte auch verkauft werden", sagt Knoth und räumt ein, dass diese Bilanz für NRW eine Ausnahme sei. Noch in den vergangenen Tagen hatte der Naturschutzbund (Nabu) eine ernüchternde Bilanz von Kyrill gezogen – gemünzt auf die seitdem geleistete Wiederaufforstung. "Die privaten Waldbesitzer haben für die Wiederbewaldung gegen besseres Wissen aus wirtschaftlichen Gründen erneut auf die Fichte gesetzt", klagte Nabu-Vorsitzender Josef Tumbrinck.
Das sei im Erkelenzer Land nicht geschehen, betont Knoth – aus einem simplen Grund: "Hier gibt's so gut wie keine Fichten. Die brauchen nämlich viel Wasser, und dafür sind die Waldböden im Erkelenzer Land zu schlecht." Gebiete mit fruchtbarem Boden seien hier spätestens im Mittelalter gerodet worden, um sie der Landwirtschaft zuzuführen, erläutert Knoth. Weit verbreitet sei bei den Nadelhölzern im Erkelenzer Land vielmehr die Douglasie aus Nordamerika – oder auf noch schlechteren Böden die anspruchslose und mit wenig Wasser auskommende Kiefer. "Damit ist nach dem Krieg beispielsweise auch der Meinweg bepflanzt worden."
Bei den Wald-Besitzverhältnissen weiche das Erkelenzer Land kaum vom Landesdurchschnitt ab, erläutert Knoth. "Rund 60 Prozent sind Privatwald, 25 Prozent gehören den Kommunen, 15 Prozent dem Land NRW."
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