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Erkelenz: Weniger Geld für Stadtgestaltung

VON ANGELIKA HAHN - zuletzt aktualisiert: 30.04.2010

Erkelenz (RPO). Die Zeit großzügig geförderter Sanierungsprojekte ist vorbei. Dennoch hoffen Wassenberg und Erkelenz darauf, ihre Innenstadterneuerung weiterführen zu können – mit Landeszuschüssen. Hückelhoven profitierte davon bei der Umgestaltung des alten Friedhofs Parkhofstraße.

erkelenzer Land Das Lob bei der offiziellen Eröffnung des umgestalteten Wassenberger Burgbergs vom NRW-Bau- und Verkehrsminister Lutz Lienenkämper darf nicht darüber hinweg täuschen, dass die Töpfe für Stadtgestaltungsprojekte durch die Finanzkrise leerer geworden sind. Und so machte der Minister denn auch keinerlei Zusagen darüber, ob die Belebungsmaßnahmen für die Wassenberger Innenstadt in den kommenden Jahren weiter kontinuierlich vom Land gefördert werden können.

Gesamtkonzept war wichtig

Immerhin noch rechtzeitig vor dem allgemeinen Wirtschaftsdesaster hatte es die Stadt geschafft, ihre auf mehrere Jahre zugeschnittenen Pläne in einem schlüssigen "integrierten Handlungskonzept" zusammenzufassen – das war (und ist bis heute) mit eine Voraussetzung für die Bewilligung von Fördermitteln: 300 000 Euro flossen für den ersten Abschnitt, die Umgestaltung des Burgbergs und den Anschub des Fassadenprogramms auf der Graf-Gerhard-Straße. Rund 140 000 Euro betrug der Eigenanteil der Stadt. Wassenberg wird auch weiter zahlen müssen, wenn Landeszuschüsse für die einzelnen Projektabschnitte fließen sollen, daraus machte der Minister bei seinem Wassenberg-Besuch keinen Hehl.

Genau vor einem Jahr, Ende April 2009, freuten sich Bürgermeister Manfred Winkens (Mitte) und Stadtplaner Jens Beeck (2.v.r.) in Wassenberg über den Beginn der Stadtsanierung. Foto: RPO

Zurzeit liegt der Förderantrag der Stadt für die Fortsetzung der Grünraumgestaltung bis zum Gondelweiher beim Land. Dass alle geplanten Maßnahmen mit einem Kostenvolumen von ursprünglich rund acht Millionen Euro bis 2014 umgesetzt werden können, glaubt mittlerweile in Wassenberg kaum jemand mehr. Da ist wohl längerer Atem nötig, auch ein "Abspecken" von Vorhaben etwa für den Bereich des alten Freibads. Statt der dort geplanten Wasserwerkstatt schlägt das gerade vorgelegte Tourismuskonzept Wassenberg-Roerdalen eine kleinere Lösung vor mit Café und Ausstellungs-/Info-Pavillon für Touristen zur künftigen Nationalparkregion Meinweg. Auch der kostspielige Ausbau des Bergfrieds für Veranstaltungen bleibt wohl erst einmal Zukunftswunsch.

Umgestaltung des Friedhofs

Hückelhoven hat vom Landesprogramm "Industrielle Folgelandschaften" bei der 2008 fertiggestellten Umgestaltung der Millicher Halde profitiert, 80 Prozent der Kosten für die "Himmelstreppe" wurden gefördert, 50 Prozent freilich mit EU-Mitteln. Jüngstes Projekt, die Umgestaltung des alten evangelischen Friedhofs an der Parkhofstraße aus Stadterneuerungsgeldern (450 000 Euro, 315 000 davon vom Land), ist Ende Mai fertig. Aktuelle Zuschussanträge für Städtebau gebe es derzeit nicht, resümiert Wolfgang Müller-Dick von der Stadtverwaltung.

Auch Erkelenz konnte sein gefördertes Sanierungsprojekt Südliche Innenstadt/Kölner Straße (Bahnhofsvorplatz) ab 2003 zum großen Teil vor der Finanzkrise realisieren. Allerdings steht der Bereich Stadtpark noch an, wie Technischer Beigeordneter Ansgar Lurweg erläutert. Zwei Millionen flossen bislang in das integrierte Gesamtprojekt, so dass die Stadt auf weitere Förderung hofft. Denn, so Lurweg, für Einzelprojekte sei es immer schwerer, an Mittel zu kommen, zudem würden die Fördersätze gesenkt.

Bisherige Berichte über die Kandidaten für den Nordkreis, zu dem die Städte Erkelenz, Wegberg, Hückelhoven und Wassenberg gehören, im Internet unter

www.rp-online.de/erkelenz

Quelle: RP

 
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