Erkelenz: Wenn Dialysepatienten verreisen
VON ANKE BACKHAUS - zuletzt aktualisiert: 18.07.2008Erkelenz (RPO). Wer dreimal in der Woche zur Blutwäsche an die Dialysemaschine muss, kann kaum in Urlaub fahren. Oder doch? Die Zeiten haben sich geändert, erzählen zwei Patienten mit Nierenerkrankungen. Facharzt Dr. Stefan Holzmann hilft ihnen bei der Urlaubsplanung.
Die Urlaubsreisen nach Bulgarien und Cuxhaven an die deutsche Nordseeküste waren sehr erholsam. Mittlerweile sind Uwe Vatterodt und Dietrich Braasch wieder daheim und unterhalten sich über die Erlebnisse der schönsten Wochen des Jahres. Dem medizinischen Fortschritt ist es zu verdanken, dass die Männer problemlos verreisen können – beide werden aufgrund einer Nierenerkrankung mit der Dialyse behandelt, treffen sich daher regelmäßig in der Facharztpraxis von Dr. Stefan Holzmann neben dem Hermann-Josef-Krankenhaus.
Ein Netzwerk macht’s möglich
Was vor vielen Jahren noch problematisch erschien, funktioniert heute weltweit. „Sogar Kreuzfahrtschiffe sind auf Dialysepatienten vorbereitet“, sagt Holzmann, und selbst „im wilden Kurdistan“ seien sehr gute Dialyseplätze vorhanden. Immer wieder wird der Facharzt mit den Reiseplänen seiner Patienten konfrontiert, doch dank eines ausgebauten Netzwerkes findet Holzmann, der in Erkelenz und Heinsberg Dialyspatienten hat, stets Lösungen. „Wichtig ist, auch am Urlaubsort den Rhythmus einzuhalten“, rät er. Im Regelfall kommen seine Patienten dreimal pro Woche – auch Uwe Vatterodt. Eine Behandlung dauert gut fünf Stunden, dennoch kann er seinen Beruf in einem Baumarkt ausüben. „Die passende Planung muss schon sein“, sagt Vatterodt, der seit sechs Jahren die Dialysebehandlung über sich ergehen lässt. Doch wie Dietrich Braasch hat er sich damit arrangiert.
Gemeinsam mit Dr. Holzmann hat jeder der beiden Männer nach geeigneten Dialyseplätzen in der Ferne gesucht. Holzmanns Praxis nimmt dabei die Koordination in die Hand, um die Versorgung sicher zu stellen. Kontakte zu Krankenhäusern und Botschaften in aller Welt sind längst üblich und in den Praxisalltag integriert.
„Die wesentlichen Patientendaten übergeben wir den Kollegen am anderen Ort. Übrigens betreuen auch wir in Erkelenz zahlreiche Gastpatienten“, erläutert Holzmann. Er weiß: Wer nicht in ganz entlegene Orte reist und über Impfschutz verfügt, hat beste Chancen auf einen Dialyseplatz.
Zu Hause gut vorbereite
Uwe Vatterodt und Dietrich Braasch können das nur bestätigen. Sie wissen um ihre medizinische Versorgung und treten daher gerne ihre Urlaubsreisen an. Beide gehen unkompliziert mit dem Thema um. Auch deshalb, weil die Erkelenzer Facharztpraxis gut vorbereitet ist. Deren Patienten bringen sogar Infomaterial aus dem Ausland mit. Während Vatterodt und Braasch noch behandelt werden, sieht auch Schwester Sylvia Balzuweit nach den Patienten. Ein paar nette Worte und ein Lächeln erleichtern die stundenlange Behandlung.
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