Kreis Heinsberg: West will Energiesparte verpachten
VON STEFAN CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 16.02.2008Kreis Heinsberg (RPO). Die West will ihre Energiesparte an die Niederrheinische Versorgung und Verkehr (NVV) aus Mönchengladbach verpachten und sich im operativen Geschäft auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) konzentrieren. Mit diesem Deal, so sagt West-Geschäftsführer Markus Palic, wolle man sich auf dem Energiesektor besser am Markt positionieren können. Die Pachteinnahmen garantierten die Deckung der Verluste, die im ÖPNV entstünden. Die rund 200 Mitarbeiter, die in der Energiesparte beschäftigt seien, wüssten von den Plänen und auch, dass es keine Kündigungen geben werde. Trotzdem werde Personal abgebaut, allerdings durch normale Fluktuation oder Altersteilzeit. Wie viele Mitarbeiter übrig bleiben, könne noch nicht gesagt werden. Für die Kunden ändere sich nichts, alle Standorte der West blieben erhalten, sagte Palic.
In den nächsten Tagen soll ein Pacht-Vorschlag der NVV auf den Tisch kommen. Allerdings brauche die Umsetzung wohl noch bis Ende des Jahres. Das zunächst auf sieben Jahre befristete Pachtangebot werde den Kreiswerken Heinsberg unterbreitet, mit denen die Städte, Gemeinden und der Kreis zu 50 Prozent an der West beteiligt sind. Die übrigen 50 Prozent liegen bereits bei der NVV. Die wiederum gehöre je zur Hälfte dem RWE und der Stadt Mönchengladbach.
Eine erste Reaktion auf den geplanten Deal kam von der Grünen-Kreistagsfraktion. Für sie bedeutet die Versorgung mit existentiell wichtigen Gütern wie Energie und Wasser auch die Sicherung demokratischer Grundversorgung. Sie gehöre damit in kommunale Hand und dürfe nicht dem Markt überlassen werden.
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