Jüchen: Auf der Suche nach Raritäten
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 25.03.2008Jüchen (RPO). Trotz Wind und Schnee läutete die Stiftung Schloss Dyck gestern mit dem vierten Pflanzenmarkt und einer Kamelienausstellung die Gartensaison ein. Auch „Dagmar Berghoff“ und „Mrs. Franklin D. Roosevelt“ waren dabei.
Die graziöse „Dagmar Berghoff“ hatte es gestern auf dem Pflanzenmarkt von Schloss Dyck viel besser als „Mrs. Franklin D. Roosevelt“. Die seltene rosafarbene Kamelie, benannt nach der ehemaligen Nachrichtensprecherin, stand als Teil der Kamelienausstellung geschützt in der Orangerie – während die nach der Ex-Präsidentengattin Eleanor Roosevelt benannte Pfingstrose draußen im Park der Witterung trotzen musste. Mal wirbelten ihr dicke Schneeflocken um die rosafarbene Blüte, dann zerrte ein kalter Wind an ihren Blättern und im nächsten Moment stand sie wieder in der Sonne.
Exquisit und qualitativ hochwertig
Im Angebot
Seltenes Ausgesuchte Pfingstrosen, asiatische Gehölzraritäten, seltene Stauden, historische englische Rosen, Zwiebelpflanzen, Gräser, Bananen, Duftpflanzen, Kräuter oder Kakteen.
Kamelien Rund 180 Sorten wurden am Ostersonntag ausgestellt und waren gestern zu kaufen.
Tee Weil die Kamelie mit dem Teestrauch verwandt ist, gab es für die Besucher in der Orangerie Tee.
Das unentschlossene Wetter wirkte sich auf die Besucherzahlen aus: Wo sich im vergangenen Jahr noch etwa 4300 Pflanzenfreunde an den rund 30 Ständen der Staudengärtnereien und Gartenbaubetrieben aus ganz Deutschland vorbei drängten, liefen diesmal 1500 dick eingemummelte Menschen die Wege entlang. Auf der Suche nach vielen verschiedenen exquisiten Raritäten, die der Markt wie in den drei Jahren zuvor im Angebot hatte. Diese Vielfalt sei in der Region einzigartig, berichtete Ulla Illbruck von der Stiftung Schloss Dyck, die den Markt organisierte.
„Hier gibt es ausgesuchte Pflanzen, qualitativ sehr hochwertig“, war Besucher Paul Bunn aus Kreuzau bei Düren dementsprechend auch sehr zufrieden. Gemeinsam mit seiner Frau Heike und Tochter Charlotte (5) schlenderte er über den Markt. Während ihre Eltern dabei aufmerksam der einen oder anderen Pfütze ausweichen mussten, kam Charlotte ganz entspannt voran: Ihr Papa zog sie in einem der schlosseigenen Bollerwagen hinter sich her.
Das Holzgefährt hatte die Fünfjährige aber nicht für sich alleine, sie teilte es mit einer gerade neu gekauften weißlich-gelben Wildtulpe, einer Anemone, einem lilafarbenen Krokus, einer rosafarbenen Kamelie und einer Schachbrettblume. „Wenn das Wetter wieder besser ist, setze ich die Pflanzen in den nächsten Tagen zu Hause ein“, erzählte Heike Bunn. Die drei hätten morgens nach einem Blick aus dem Fenster schon überlegt, ob sie überhaupt zum Schloss fahren sollen, sagte sie. Doch dann entschied sich die Familie für den Pflanzenmarkt – „weil er so schön ist“, begründete Paul Bunns. Das wusste er noch aus den Vorjahren, in denen die Kreuzauer schon dort waren.
„Mrs. Franklin D. Roosevelt“ hatte jedoch leider nichts davon, dass die Familie trotz Wind und Wetter an den Ständen zwischen den Mustergärten des Schlosses entlang spazierte. Sie landete nämlich nicht im Bollerwagen – und konnte sich deshalb auch nicht in Charlottes Windschatten aufwärmen.
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