Jüchen: Bahnhof: Streit um Lärmschutz
VON KATRIN WANDEL - zuletzt aktualisiert: 09.05.2008Jüchen (RPO). Lautstark diskutiert wurde auf der Bürgerversammlung in der Aula der Hauptschule an der Mühlenstraße. Zuvor hatte Bauingenieur Otmar Dovern den aktuellen Stand der Pläne zur Gestaltung des Bahnhofumfeldes in Hochneukirch vorgestellt (die RP berichtete). Streitpunkt war vor allem die drei Meter hohe Lärmschutzwand, die in etwa 15 bis 16 Meter Entfernung zu den Gebäuden entstehen soll. Die östlichen Nachbarn aus Hackhausen befürchten hierdurch eine höhere Lärmbelastung. „Der Schall schlägt gegen die Mauer und wir bekommen das Echo ab“, entrüstet sich ein älterer Herr. „Genau, wir sind auch betroffen“, stimmt ihm Barbara Zubrod-Frenzel zu.
Vorbehalte im Rat diskutieren
Die Hackhausenerin wohnt mit Mann, Kind und Mutter auf der anderen Seite der Gleise. Zustimmung erhalten die beiden von einer Dame aus den hinteren Reihen. „Sie müssten den Lärm mal hören, da fallen Sie jetzt schon aus dem Bett“, schäumt sie. Mit der Aussage „Es tut mir leid, aber für Ihren Lärmschutz ist die Bahn zuständig“, die der stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende Karl Heinz Kuhrtmann (CDU) entgegnet, will sich niemand zufrieden geben. Einen Lösungsvorschlag hat Josef Laireiter parat: „Ein fünf bis sieben Meter breiter Damm aus Naturmaterialien würde den Schall schlucken“, ist er überzeugt. Als Mitglied des Bundes für Umwelt und Naturschutz plädiert er für eine Vereinbarung von Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz und Wohnqualität – und erhält dafür Beifall. Unter den gut 30 Bürgern gab es auch solche, die andere, positive Aspekte betonten: „Das neue Bahnhofsumfeld macht den gesamten Standort Hochneukirch attraktiver“, meint ein Mann. Dass das so ist, will fast keiner vor Ort abstreiten, doch die Sorgen bleiben. Gerd Bandemer (CDU) fordert die Bürger daher auf, ihre Vorbehalte schriftlich zu formulieren und bei seiner Ratsfraktion einzureichen.
Das will Barbara Zubrod-Frenzel in jedem Fall tun. Sie ist mit dem Verlauf der Versammlung nicht zufrieden. „Ich habe nicht das Gefühl, dass mein Standpunkt ernst genommen wurde“, sagt sie. Der Hochneukircher CDU-Ortsverbandsvorsitzende Siegfried Henkel sieht das anders. „Alle Bedenken, die geäußert wurden, werden Eingang in die Diskussion im Rat finden“, verspricht er.
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