Jüchen: Bambus-Verein feiert auf Schloss Dyck
VON NADINE FISCHER - zuletzt aktualisiert: 04.08.2009Jüchen (RPO). Bananenstauden haben es Frank Kraik angetan. Auch Palmen, chinesische Blauglockenbäume – und Bambus. Der Erkelenzer hat einen "ästhetischen Tick" für exotische Pflanzen, wie er es selbst nennt.
Deshalb trat Kraik 2001 der European Bamboo Society (EBS) Sektion Deutschland bei, die am 29. und 30. August im 800 Quadratmeter großen Bambus-Garten von Schloss Dyck ihr 20-jähriges Bestehen feiert.
Die Besucher können sich bei dem zweitägigen Sommerfest nicht nur über die verschiedenen Sorten des mal grünen, mal gelbgoldenen oder auch schwarzen Grases informieren, sondern auch über allerlei andere Exoten.
Darüber hinaus werden Händler vor Ort verschiedene ungewöhnliche Pflanzenarten und Produkte aus Bambus verkaufen. Es gibt Vorträge, Musik mit der Bambusflötengilde, eine Sambashow und chinesischen Schwertkampf.
20 Jahre Gras und andere Exoten
"Unsere deutsche Sektion hat rund 600 Mitglieder", erzählt Frank Kraik. Der Vorstand lebe größtenteils im Raum Frankfurt, ergänzt er. "Da haben wir im Westen uns gedacht: 'Holen wir das Sommerfest doch zu uns'". Anfangs sei es im Verein hauptsächlich um die weit mehr als 100 in Deutschland kultivierten verschiedenen Sorten Bambus mit bis zu zwölf Metern Höhe gegangen. "Mittlerweile gibt es auch Mitglieder, die nicht so sehr am Bambus kleben", erzählt er.
Kraik selbst hat sich zum Beispiel nebst Bambus eine Bananenstaude in den Garten gesetzt. "Wegen der schönen Blätter, die können zwei Meter lang und 60 Zentimeter breit werden, das sind dann Riesenlappen", sagt der Exoten-Freund. Wenn er mit dem Gartenstuhl unter so einem Lappen sitze, fühle er sich gleich wie in den Tropen.
Mit den Vereinskameraden tauscht Kraik nicht nur Pflanzen – er tauscht sich mit ihnen auch regelmäßig über die Pflanzen aus. Etwa darüber, wie die empfindlichen Exoten heil über den Winter kommen. Oder darüber, wie sich die Hobbygärtner davor schützen können, dass ihr Bambus Wurzelausläufer bildet und sich auf Nachbars Grundstück breit macht.
"Wegen sowas gibt es teilweise richtige Nachbarschaftsstreits", sagt der Erkelenzer. "Ich hab' auch schon in Südfrankreich einen Bambus durch die Teerdecke einer Straße wachsen sehen." Ihre Pflanzentipps geben er und die anderen Mitglieder der Bamboo Society beim Sommerfest gerne an Laien weiter, die sich für exotische Pflanzen etwa aus Asien oder Südamerika interessieren.
Sommerfest Samstag, 29. August und Sonntag, 30. August, ab 10 Uhr im Bambusgarten von Schloss Dyck. Eintritt: Erwachsene sieben, ermäßigt fünf Euro; Kinder bis sechs Jahren zahlen nichts, Sieben- bis 16-Jährige einen Euro.
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