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Jüchen: Bürgerbus soll Fahrt aufnehmen

VON LESLIE BROOK - zuletzt aktualisiert: 13.01.2009

Jüchen (RPO). Schon bald könnte ein Bürgerbus in Korschenbroich unterwegs sein. Es müssen sich jedoch noch 30 bis 40 ehrenamtliche Fahrer finden. Wenn sich genug melden, wird es auch mit der Finanzierung klappen, meinen die Initiatoren. In Jüchen ist die Suche nach Ehrenamtlern erfolglos geblieben.

Sie haben Fahrpläne studiert, Touren nach Willich oder ins Schwalmtal unternommen und sind kreuz und quer durch Korschenbroich gefahren. Besonderes Augenmerk legten Willy Schellen (Vorsitzender der Bürgerstiftung „Für Korschenbroich“), Hubert Tokloth und Hans-Peter Gerhards (beide im Vorstand des Vereins „Sport Ältere Generation“) auf die entlegenen Orte im Stadtgebiet. „Wir haben alles genau in den Blick genommen und uns überlegt, wie man die Ortschaften untereinander verbinden und mit den zentralen Punkten in der Stadt vernetzen kann“, berichtet Schellen.

Zwei Routen mit je zehn bis 15 Haltepunkten schweben den Initiatoren des Projekts „Bürgerbus Korschenbroich“ vor. Als Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr soll ein Bürgerbus die Strecken befahren, die nicht durch die Busse der NVV abgedeckt werden. So dass vor allem Einwohner ohne Führerschein, ältere und behinderte Personen mobil bleiben. „Der Bedarf ist besonders im Süden der Stadt hoch. Wer in den alten Gemeinden Liedberg und Glehn wohnt, der hat es schwer, dort wegzukommen. Im Norden ist das Verkehrsnetz besser“, sagt Schellen. Doch auch die Lüttenglehner, Steinforther, Rubbelrather, Epsendorfer oder Drölsholzer sollen künftig mit dem geplanten Bürgerbus problemlos zu Ärzten, Altenheimen, dem Rathaus, Sportstätten oder Friedhöfen gelangen können.

Willy Schellen verrät, wie die Details aussehen sollen: „Zu einem Fahrpreis zwischen 1,20 und 1,50 Euro soll der Achtsitzer in der Woche zwischen 8 und 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr die Fahrgäste befördern.“ Der Mercedes-Bus verkehrt auf einer genau festgelegten Route mit Fahrplan. „Die Kunst ist es jetzt, ein solches Routennetz zu erstellen. Wir werden es sicherlich nicht jedem recht machen können. Die Fläche, die wir mit dem Bürgerbus abdecken wollen, ist sehr groß.“ Etwa im anderthalb Stundentakt soll der Bus fahren. „Bis vor die Haustür wird er nicht kommen“, sagt Schellen. Kleine Wege von einigen 100 Metern müssen die Nutzer zurücklegen. Das Wichtigste sei es nun, freiwillige Helfer zu finden. „Wir brauchen zwischen 30 und 40 Ehrenamtlern, die bereit sind – ohne Entgelt – einen halben Tag pro Woche, alle 14 Tage oder einmal im Monat Fahrdienste zu übernehmen“, betont Schellen. Sie müssen den Autoführerschein Klasse B besitzen. „Wenn wir diese Bürger gefunden haben, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir den Rest auch gestemmt kriegen. Die Stadt und die NVV sitzen in unserem Boot. Die Zusammenarbeit funktioniert gut.“ 60 000 Euro kostet ein umgebauter Bus. Die eine Hälfte zahlt das Land, die andere wird aus Spenden finanziert.

Quelle: RP

 
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