Jüchen: Bürgermeisterin: Feuerwehrchef wird bei der Gemeinde angestellt
VON DÉSIRÉE LINDE - zuletzt aktualisiert: 18.07.2008Jüchen (RPO). Der neue Feuerwehr-Chef der Gemeinde wird aller Voraussicht nach bei der Verwaltung angestellt sein. Das teilte Bürgermeisterin Margarete Kranz mit. Derzeit führt sie mit den Feuerwehrleuten Gespräche, die von ihrer Ausbildung her für das Amt des Gemeindebrandinspektors in Frage kommen. Das sind laut Kranz weniger als zehn Personen. Erforderlich ist etwa der erfolgreiche Abschluss bestimmter Lehrgänge. Mindestens eine so genannte F3-Ausbildung ist nötig, fehlende Scheine kann ein „Kandidat“ noch innerhalb von zwei Jahren machen.
Der neue Feuerwehr-Chef müsste als „Hauptamtler“ also einen bestehenden Job aufgeben. Im optimalsten Fall fände sich allerdings jemand, der bereits in der Gemeindeverwaltung arbeitet. So wie Michael Schröder, stellvertretender Wehrleiter, oder der Gierather Löschzugführer Heinz-Dieter Abels. Schröder arbeitet bei der Gemeinde als Gerätewart, Abels im Brandschutz. Beide äußerten sich gestern aber nicht dazu, ob sie das Amt anstreben.
In Frage kämen auch Feuerwehrleute, die bei Berufswehren anderer Städte arbeiten, etwa in Düsseldorf. Wer in die engere Auswahl komme, dazu wollte auch Kranz noch nichts sagen. „Ende nächster Woche wird es wohl eine engere Personenvorauswahl geben“, sagte die Bürgermeisterin auf RP-Anfrage.
Dann wird Kreisbrandmeister Reinhard Seebröker hinzugezogen, der die Meinung der Feuerwehr einholt und die Kandidaten selbst prüft. „Dabei geht es dann nicht mehr nur um die fachliche Eignung, sondern auch die persönliche“, sagte Seebröker. „Also, ob jemand von Haus aus Führungsaufgaben gewachsen ist.“ Schließlich schlägt er dem Rat einen Kandidaten vor, ehe die Politiker den neuen Feuerwehr-Chef bestellen.
Kranz nimmt die Bitte aus den Wehren auf, den Chefposten der Brandbekämpfer auf hauptamtliche Füße zu stellen. Erst kürzlich hatte Noch-Amtsinhaber Hubert Bierewirtz der Bürgermeisterin mitgeteilt, dass – nach Rücksprache in den einzelnen Löschgruppen – niemand den Posten als Ehrenamt übernehmen wolle. Genau aus diesem Grund will auch Bierewirtz sein Amt niederlagen. Die Feuerwehr und sein Beruf in der Aus- und Weiterbildung bei RWE Power ließen sich zeitlich und von der Belastung her schlichtweg nicht mehr vereinbaren.
Deshalb wird Kranz dem Rat ein neues Modell vorschlagen, dass bereits in Korschenbroich und Kaarst angewendet wird. „Wir hätten dann eine Vollzeitstelle“, erläutert Kranz. Eine Hälfte der Zeit soll für die Feuerwehr gearbeitet, die zweite Hälfte mit anderen Aufgaben in der Verwaltung ausgefüllt werden. Die CDU hat bereits signalisiert, die zusätzlichen Kosten für eine solche Planstelle – gerechnet wird mit etwa 50 000 Euro im Jahr – in den Gemeindehaushalt einzustellen.
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