Jüchen: CDU verliert, FDP triumphiert
VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 31.08.2009 - 01:36Jüchen (RPO). Er war der Mann mit dem strahlendsten Lächeln: FDP-Vorsitzender Herbert Altenberg konnte sein Glück kaum fassen: „Mit einem zweistelligen Ergebnis haben wir im Traum nicht gerechnet”, so Altenberg nach der Wahl.
Die FDP gewann 16,6 Prozent der Stimmen. Verlierer ist die CDU: Mit Harald Zillikens stellt sie zwar den Bürgermeister - sie konnte aber nur 42,6 Prozent der Wähler überzeugen: Die absolute Mehrheit ist dahin. Allerdings holten die Christdemokraten alle Direktmandate, sie sind also weiterhin mit 20 Sitzen im Rat vertreten. Weil das Verhältniswahlrecht gilt, wurde die Zahl der Mandate von 38 auf 46 aufgestockt: Die SPD hat nun elf Sitze im Rat, die FDP acht, Grüne und FWG jeweils drei und die Linken gewannen einen Ratsmandat.
„Mit dem Ergebnis sind wir absolut nicht zufrieden”, sagt CDU-Vorsitzender Dr. Christoph Schmitz. Alt-Bürgermeister Rudi Schmitz fasste die Situation unverblümt zusammen: „Die müssen sich an die eigene Nase packen, bei all den Querelen der letzten Zeit” ein Seitenhieb auf die personellen Probleme der CDU: Bürgermeisterin Margarethe Kranz wollte nicht mehr antreten, Bürgermeisterkandidat Michael Jansen machte einen Rückzieher und kündigte zudem seinen Posten als Erster Beigeordneter wegen innerparteilicher Differenzen, wie es aus Jüchens politischen Kreisen heißt.
Dort wird nun auch spekuliert, ob das Verfehlen der absoluten Mehrheit personelle Konsequenzen haben wird. „Das klären wir hinter verschlossenen Türen”, sagt CDU-Vorsitzender Schmitz. Es gelte nun, Fehler zu analysieren. Immerhin stellt die CDU den Bürgermeister: Harald Zillikens holte 52,75 Prozent der Stimmen, SPD-Herausforderer Hans-Josef Schneider kam auf 29,93 Prozent. „Ich bin erleichtert”, so Harald Zillikens nach der Wahl. „Jetzt werde ich Gespräche mit Frau Kranz und der Verwaltung führen.”
Ob eine Koalition von CDU und FDP kommt, wollten die Parteivorsitzenden nicht kommentieren, In der SPD war die Enttäuschung über das Wahlergebnis groß: „Natürlich habe ich auf bessere Zahlen gehofft”, sagt der sozialdemokratische Bürgermeisterkandidat Hans-Josef Schneider. Immerhin sei die absolute Mehrheit der CDU gebrochen das sei eine Genugtuung. Das findet auch SPD-Fraktionschef Dr. Holger Tesmann. Er sagt: „Ich hoffe, dass die Konfrontationshaltung der CDU jetzt endlich aufhört.” Schade sei nur, dass die unzufriedenen Wähler anscheinend zur FDP umgeschwenkt seien „warum sie nicht uns gewählt haben, müssen wir uns jetzt fragen”, meint Tesmann.
Enttäuschung herrschte auch bei den Grünen: „Wir haben uns wirklich mehr erhofft”, sagt deren Vorsitzender Peter Dederichs. Der FDP gönnt er die Stimmenzuwächse nicht: „Die haben doch immer nur abgenickt”, findet Dederichs. Die FWG ist mit ihrem Ergebnis zufrieden. Angesichts der Tatsache, dass die CDU die absolute Mehrheit verloren habe, gelte nun in der Opposition verstärkt zusammen zu arbeiten: „Dann können wir richtig was bewegen”, glaubt FWG-Vorsitzender Gerolf Hommel.
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