Jüchen: Gartenkunst aus drei Epochen
VON BIRTHE ROSENAU - zuletzt aktualisiert: 18.03.2008Jüchen (RPO). Thomas Blaikie, der große Gartenarchitekt von Schloss Dyck, würde sich freuen. Der historische Park soll nach Vorbild des Schotten komplettiert werden. Auch spätere Einflüsse werden berücksichtigt.
Der historische Park und die neuen Gärten von Schloss Dyck sollen noch attraktiver werden. Daher haben sich nun Experten auf dem Wasserschloss getroffen, um über die Zukunft des Parks zu beraten. Die Stiftung Schloss Dyck, die sich um die Gartendenkmalpflege bemüht, hat die neuen Gärten, insbesondere das Dycker Feld, aus ihren Überlegungen zunächst ausgeklammert. „Dazu werden wir ein eigenes Kolloquium veranstalten“, erklärte Jens Spanjer, Geschäftsführer der Stiftung, „es gibt jedoch keine Pläne, sich vom Dycker Feld zu trennen.“
Dycker Feld besser nutzen
Die Gärten
Englischer Garten vom schottischen Gartenarchitekt Thomas Blaikie, 53 Hektar großes Areal mit exotischen und heute sehr wertvollen Pflanzen und Gehölzen aus ganz Europa
Neue Gärten Dycker Feld: 25 Hektar großes Feld gegenüber der Schlosszufahrt. In einem Meer aus Chinaschilf liegen über 20 neue Gärten, die für die Landesgartenschau 2002 angelegt wurden
In einem so genannten Masterplan, den die Stiftung vor einem Jahr erstellt hatte, hatte sie auch die Aufgabe des mit Chinaschilf umgebenen Feldes durchgerechnet. „Bei den Experten gab es Einigkeit, dass gerade das Zusammenspiel von historischen und neuen Gärten einen hohen Stellenwert hat“, betonte Spanjer. Allerdings räumte er ein, dass es Änderungen im Konzept geben müsse. „Das Gelände bietet viele Möglichkeiten, das haben die Classic Days und das Familienfest gezeigt“, sagte Jens Spanjer.
Das Dycker Feld und auch die Pflanzen auf der Orangerie-Insel machten gerade die Besonderheit von Schloss Dyck aus, betonte auch Dr. Klaus von Krosigk, der als Experte vom Landesdenkmalamt an dem Kolloquium teilnahm. „Das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal von Dyck, das hat weder Benrath noch Brühl“, erklärte Krosigk. Die Besonderheiten des Schlosses herauszuarbeiten ist das Hauptanliegen der Stiftungsmitglieder. „Die Anlage vereint verschiedene Entwicklungsschichten“, fasste Spanjer die Ergebnisse des Kolloquiums zusammen. Zunächst sind da die Gärten aus der Zeit von Fürst Joseph Salm-Reifferscheidt-Dyck (frühe Biedermeier-Zeit). „Er hat seiner Sammelleidenschaft für exotische Pflanzen ja geradezu exhibitionistisch gefrönt“, sagt Krosigk. Thomas Blaikie, wohl Schloss Dycks bekanntester Landschaftsarchitekt, schuf damals einen einzigartigen Park. Die zweite Schicht entstand in der Zeit zwischen den Weltkriegen, eine dritte unter Parkdirektor Hermann Matern. Die Besonderheit der botanischen Vielfalt aus unterschiedlichen Epochen will die Stiftung nun noch stärker herausarbeiten. „Der Park soll wieder komplettiert und angereichert werden“, erklärt Dr. Klaus von Krosigk, „denn die Pflanzenvielfalt, die es einmal gab, ist nicht mehr da.“ Nun steht an nächster Stelle die Forschung. Denn noch wissen die Experten nicht genau, was früher rund um das Schloss alles blühte. Eines ist jedoch klar: „Wir wollen weg von Zufallsentscheidungen“, betont Krosigk.
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