Jüchen: Heulende Sirene und Hilferufe
VON NADINE HANSEN - zuletzt aktualisiert: 12.10.2009Jüchen (RPO). Natascha Krawinkel (14) ist ein bisschen aufgeregt: "Man weiß ja nicht, was passiert." Natascha ist eine von 30 Jugendlichen, die bald von Einsatzkräften in Sicherheit gebracht werden müssen. "Wir wollen sehen, wie schlagkräftig die Feuerwehr ist.", erklärt Mario Heitbrink, Leiter der Feuerwehr Jüchen, das Ziel der Übung.
14 Uhr: Die Sirene heult, es qualmt, die Verletzten schreien. Schaulustige sind auch schon da. Wenige Augenblicke später erreichen die ersten Feuerwehrautos die Unglücksstelle. "Jetzt geht es darum, wie sich die Fahrzeuge aufstellen und wie die Einsatzkräfte vorgehen", erklärt Susanne Wagener, Rettungsassistentin des Malteser Hilfsdienst.
Die Zugführung sichtet die Lage und erhöht die Alarmstufe. Weitere Feuerwehrleute rücken nach. In voller Montur, mit Axt und Atemschutzgerät beginnen sie die Rettung. Zwischen Rauch und Hilferufen handeln die Feuerwehrleute ruhig, aber schnell. Die ersten Verletzten und Betroffenen werden geborgen.
14.15 Uhr: Die Leiterwagen treffen ein. In der oberen Etage warten noch Jugendliche auf ihre Rettung. Zwei Feuerwehrleute fahren mit der Leiter nach oben. Unten wird ein Verletzter mit der Trage ins Krankenlager gebracht.
Bei der jährlich stattfindenden Simulation eines Löscheingriffs mit Verletzten wird diesmal eine Verpuffung inszeniert. Ausgangspunkt ist ein Chemieraum der Hauptschule Hochneukirch. Blitzlampen stellen das Feuer dar, und dank einer Nebelmaschine qualmt es ordentlich. Beteiligt sind fünf Einheiten der Jüchener Feuerwehr, zwei Löschgruppen und der Malteser Hilfsdienst der Gemeinde.
Zufrieden mit dem Ablauf
Eine solche Übung ist auch für die Mitglieder der Jugendfeuerwehr etwas Besonderes. Sie stellen während des Trainings für den Ernstfall die Verletzten dar. Susanne Wagener setzt die Verletzten mit Schminke entsprechend in Szene. Im Krankenlager muss sich der Rettungsdienst einer Ausnahmesituation stellen. Am Ende der Großübung sind alle zufrieden mit dem Ablauf.
Und auch Mario Heitbrink hat einen guten Eindruck: "Alle haben sehr koordiniert und routiniert zusammengearbeitet." Einen hat die Übung ganz besonders überzeugt: Michael Lente (6) möchte unbedingt in Papas Fußstapfen treten, der diesmal als stellvertretender Jugendwart der Feuerwehr Rommerskirchen bei der Übung half. "Ich will auch mal zur Feuerwehr, die können alles."
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