Jüchen: Jüchen: Beigeordneter gibt auf
VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 03.07.2009Jüchen (RPO). Erst machte Michael Jansen einen Rückzieher bei der CDU-Bürgermeisterkandidatur, jetzt hängt er den Posten als Erster Beigeordneter an den Nagel. Sein Grund für den Amtsverzicht: Die politische Unterstützung fehlt.
"Ich kann mich nicht in dem von mir gewünschten Maße in die politische Arbeit einbringen, die mit dem Amt des Ersten Beigeordneten verbunden ist." Das schreibt Michael Jansen in seiner Rücktrittserklärung. Ein Seitenhieb auf innerparteiliche Querelen innerhalb der CDU? Die waren schon vermutet worden, als Jansen von seiner Bürgermeisterkandidatur zurückgetreten war.
Streit in Jüchens CDU
Damals nannte Jansen seine Gründe persönlich, jetzt spricht er deutlichere Worte: In den vergangenen 14 Monaten seien ihm die Schwierigkeiten der politischen Arbeit bewusst geworden, so Jansen. Dabei habe ihm die Tätigkeit in der Verwaltung sowie der Kontakt mit Bürgern, Vereinen und Unternehmen viel Freude gemacht. Sein Problem: "Ich will mir als Person und meiner Arbeitsweise treu bleiben", so Jansen. Und deswegen könne er sein Amt nicht weiter ausüben.
Der Erste Beigeordnete
Amt Der Erste Beigeordnete bildet mit dem Bürgermeister die Verwaltungsspitze. Seine Amtszeit dauert acht Jahre.
Michael Jansen War erst seit dem 1. Mai 2008 als Erster Beigeordneter tätig. Zuvor war Jansen Firmenberater bei der Volksbank Neuss Düsseldorf. Nach seinem Rücktritt wird er wieder für eine Bank arbeiten.
Nachfolger Die Gemeinde muss die Stelle ausschreiben, den Posten vergibt der Gemeinderat.
CDU-Vorsitzender Christoph Schmitz will von innerparteilichen Streitigkeiten nichts wissen: "Die Zusammenarbeit zwischen Michael Jansen und mir war gut", sagt Schmitz. Das bestätigt auch CDU-Chef Esser: "Die Mehrheitsfraktion hat Michael Jansen immer unterstützt."
Nach RP-Informationen ist das die offizielle Version. Offenbar gibt es innerhalb der Jüchener CDU eine informelle Gruppe um Alt-Bürgermeister Peter Giesen, die im Hintergrund die Fäden zieht. In CDU-Kreisen ist von der "Wintergarten-Connection" die Rede. Zu ihr gehören angeblich der Kreistagsabgeordnete Ferdi Heimanns, Alt-Bürgermeister Rudi Schmitz und CDU-Chef Esser. Die Gruppe hatte im November vergangenen Jahres Michael Jansen protegiert und ihn gegen den zweiten CDU-Anwärter Ralf Kriesemer ins Rennen um die Bürgermeisterkandidatur geschickt. Jansen wurde in der Wahlversammlung nominiert und setzte sich gegen Kriesemer durch.
In Jüchens politischen Kreisen wird nun spekuliert, ob Jansen den politischen Druck durch die "Wintergarten-Connection" nicht mehr ertrug. Außerdem stellen sie sich die Frage, ob der neue CDU-Bürgermeisterkandidat Harald Zillikens nur durch Verbindungen zu den CDU-Älteren an seinen Kandidatenposten gekommen ist.
Dass es innerhalb der CDU Querelen gibt, wird von der Partei abgestritten. Fakt ist, dass in der kommenden Wahlperiode drei CDU-Ratsmitglieder nicht mehr antreten werden: Ralf Kriesemer, Gertrud Kühner und André Meyer. Nach RP-Informationen wegen Streitigkeiten sowohl im CDU-Vorstand als auch zwischen den einzelnen Ortsverbänden.
Neuer Beigeordneter gesucht
Innerhalb von zehn Jahren ist Michael Jansen schon der dritte Beigeordnete der Gemeinde Jüchen. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Die Gemeindeordnung schreibt eine öffentliche Stellenausschreibung vor.
Im Gespräch mit örtlichen Politikern fällt oftmals der Name Oswald Duda. Derzeit leitet er den Abwasserbetrieb. Von 1998 bis 2002 war er in der Gemeinde als Kämmerer beschäftigt. Oswald Duda war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
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