Jüchen: Jüchen muss mehr Grün pflanzen
VON PETER BÖTTNER - zuletzt aktualisiert: 28.02.2011Jüchen (RPO). Weil die Gemeinde mehrere Baugebiete ausgewiesen hat, steht das Ökokonto in den Miesen. Um die Bauflächen auszugleichen, sollen etwa in der Talaue des Jüchener Bachs zwischen vier und fünf Hektar neues Grün entstehen.
Seit zehn Jahren verzeichnet das eigens dafür eingeführte Ökokonto der Gemeinde Jüchen, wieviel Hektar Land die Gemeinde als Bauflächen ausweist. Jeder Hektar schlägt negativ zu Buche. Und weil die Gemeinde zuletzt im Regiopark, am Sportplatz in Hochneukirch oder im Gewerbegebiet Jüchen-Ost zahlreiche Grünflächen zu Baugebieten erklärt hat, weist das Ökokonto ein sattes Minus auf. 148 000 Wertpunkte gilt es, durch neue Grünflächen auszugleichen – das entspricht zwischen vier und fünf Hektar Land.
Fünf Maßnahmen geplant
Fünf Maßnahmen hat die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit dem Rhein-Kreis Neuss in einem Ausgleichsflächenkonzept zusammengefasst. Zwei Maßnahmen sollen noch 2011 umgesetzt werden, die restlichen drei Maßnahmen bis Ende 2012. Dafür sollen 80 000 Euro aus Haushaltsmitteln aufgewendet werden. "Diese Summe ist realistisch, weil uns die ausgewählten Flächen bereits gehören", sagt Bürgermeister Harald Zillikens, der bei der Abstimmung über das Konzept im Planungsausschuss ein einstimmiges Votum erhielt.
Die Maßnahmen sollen sich in erster Linie auf den Bereich der Jüchener Bäche (Jüchener Bach, Kelzenberger Bach, Kommer Bach) erstrecken. "Allerdings sind die Begrünungen nicht zu verwechseln mit dem Projekt des Erftverbandes zur Renaturierung der Bachläufe", sagt Zillikens. Vielmehr gehe es darum, die bestehenden Grünzüge entlang der teilweise ausgetrockneten Bachbetten miteinander zu vernetzen, so der Bürgermeister.
Es ist aber auch angedacht, mit Jüchener Landwirten Kooperationen abzuschließen, um etwa Streuobstwiesen zu erhalten und auszubauen. "Wo bereits solche nicht weiter bewirtschaftete Flächen bestehen, könnte der Deal so aussehen, dass wir dem Bauern neue Bäume pflanzen und er sich im Gegenzug verpflichtet, das Grundstück für die nächsten 30 Jahre als Obstwiese zu erhalten", erläutert Zillikens.
Grünfläche am 3M-Neubau
Dort wo künftig 3M auf 80 000 Quadratmeter seine Waren verladen will – im neuen Logistikzentrum im Jüchener Osten – plant die Gemeinde darüber hinaus bereits jetzt ein 40 000 Quadratmeter Areal als Grünfläche. "Somit wird uns das Grundstück von 3 M nicht im Ökokonto belasten", sagt Bürgermeister Zillikens.
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