Jüchen: Jüchen will Verkehr neu ordnen
VON LESLIE BROOK - zuletzt aktualisiert: 17.02.2009Jüchen (RPO). Weniger Autos in den Ortskernen und auf bislang stark befahrenen Straßen – das wünscht sich die Gemeinde Jüchen. Doch der Landesbetrieb Straßenbau lehnt einige Ideen ab. Die Pläne kommen nicht voran.
Verkehrsbelastung
Verbindungsstraße Die Straße zwischen Jüchen und Hochneukirch würde von 2100 bis 6000 Fahrzeugen täglich befahren.
Umgehung Die neue Umgehung für die Orte Wey, Hoppers und Neuenhoven würde täglich von etwa 3500 bis 11 000 Fahrzeuge befahren.
Bundesstraße 59 Wird nicht entlastet, da die Grubenrandstraße nicht eingebunden werden soll.
Ein Verkehrskonzept, das die stark befahrenen Wege und vor allem die Siedlungszentren in der Gemeinde Jüchen nachhaltig entlastet, das ist Ziel des Verkehrsentwicklungsplans 2020. Doch auch der neueste Entwurf der Planer bringt nach Ansicht von Jüchens Politikern nicht die erhoffte Entlastung mit sich.
Durchs Neubaugebiet?
"Wir fühlen uns abgebügelt. Hier werden zusätzliche Probleme geschaffen, statt die gesamte Gemeinde zu entlasten", kommentierte Herbert Altenberg, Fraktionschef der FDP, im jüngsten Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr das von der Ingenieurgruppe für Verkehrswesen und Verfahrensentwicklung (IVV) überarbeitete Verkehrskonzept. Beinahe alle Anliegen der Gemeinde Jüchen seien übergangen worden: zum Beispiel eine deutliche Entschärfung des Verkehrs im südwestlichen Gemeindebereich oder die Einbindung der Grubenrandstraße. Der bisher favorisierte Entwurf sah eine Zufahrt von der Anschlussstelle Wanlo her vor – mit einer Anbindung an die A44 nördlich des Holzer Knotens, der Bundesstraße 59 und der RWE-Betriebsstraße südlich der A 46.
Der Landesbetrieb Straßenbau NRW habe jedoch diese Variante abgelehnt, mit der Begründung, dass sie keinen Anschluss zur Landstraße 31 (Hamscher Straße) beinhalte und sehr teuer wäre, so die Gemeinde. Der Erste Beigeordnete, Michael Jansen, nannte im Ausschuss Kosten im zweistelligen Millionenbereich. Das sei "wirtschaftlich nicht tragbar. Grund für die hohe Summe: Autobahn und Eisenbahn sind im Weg.
Die neue Variante sieht nun vor, dass statt eines Anschlusses an die B59 südlich von Hackhausen/Schaan der geplante Kreisverkehr in Jüchen-West mit der L31 verbunden wird. Darauf reagierten die Politiker, allen voran Dr. Holger Tesmann (SPD), empört: "Jetzt soll auch noch das Neubaugebiet Jüchen-West durchschnitten werden. Eine Verbesserung können wir hier wirklich nicht erkennen." Vorteile brächte dieses Konzept nur für Hackhausen, Wey, Hoppers und Neuenhoven, wo deutlich weniger Verkehr durchfließen würde. Hochneukirch würde auch ein wenig entlastet. Kern des Konzepts ist eine direkte Verbindungsstraße zwischen Jüchen und Hochneukirch als Verlängerung der Landstraße 31.
Die anderen Verkehrswege würden entweder mehr oder nur geringfügig weniger beansprucht, erklärte Geologin Sylke Schwarz. Die B59 würde zum Beispiel stärker belastet, da die Grubenrandstraße nicht eingebunden wird. Vorteil des Konzepts: Es könnte relativ schnell umgesetzt werden.
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