Jüchen: Jüchens Lösung: Betriebskindergärten?
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 23.02.2012Jüchen (RP). Die Gemeinde Jüchen ist kinderfreundlich – davon ist der Kreisjugendamtsleiter Norbert Dierselhuis überzeugt. Denn auch in Jüchen werde es zum Stichtag 1. August 2013 die gesetzlich geforderte Anzahl an U3-Betreuungsplätzen geben.
"Wenn die Mittel fließen, hätten wir 2013 eine Bedarfsdeckung von 34,3 Prozent", sagte Dierslhuis gestern Abend im Schul- und Jugendausschuss der Gemeinde. Derzeit gibt es 96 Plätze für Kleinkinder in drei kommunalen und vier katholischen Kitas. Das macht eine Versorgungsquote von 28,7 Prozent.
Derzeit wird das Haus in Kelzenberg umgebaut, in Garz-weiler soll ebenfalls noch 2012 gebaut werden. Der katholische Kindergarten Otzenrath wird im kommenden Jahr ausgestattet, als letztes ist dann der katholische Kindergarten Jüchen 2013 dran. Jüchen käme dann auf 146 U3-Plätze in den Kitas und 22 weitere Plätze in der Tagespflege – das reicht, um die Vorgaben zu erfüllen. "Das ist eine sehr gute Versorgungsquote", sagte Antonius Berheide, beim Kreisjugendamt zuständig für Kindertageseinrichtungen.
CDU-Ratsherr Michael Paschke mahnte allerdings an: "33 Prozent werden nicht das Ende sein. Wir haben eine Menge investiert, wir müssen aber weitergehen." Die steigende Nachfrage werde 2013 nicht abrupt stoppen.
Das könnte sich vor allem dadurch verschärfen, dass in Neubaugebieten wie im Auenfeld junge Familien bauen. Das machte sich bereits im vergangenen Jahr bemerkbar. Zum 1. August 2011 hatten in Jüchen rund 4,5 Prozent mehr Kinder Anspruch auf einen Kindergartenplatz, als vorher erwartet worden war. So entstand in Hochneukirch und Otzenrath sowie in Garzweiler und Kelzenberg ein leichtes Versorgungsdefizit. Zudem stieg die Geburtenrate 2011 in Jüchen erstmals seit Jahren an.
Dass es für einen weiteren Ausbau der U3-Betreuung aber zusätzliches Geld von Bund und Land gibt, ist zumindest fragwürdig. In Jüchen wurden bisher rund zwei Millionen Euro in den Ausbau der U3-Betreuung investiert. Davon wurden Umbauten in den Einrichtungen bezahlt und zusätzliches Personal. Knapp 1,5 Millionen Euro davon kamen vom Bund, rund 166 000 Euro steuerte der Kreis bei. Den Rest musste das Kreisjugendamt finanzieren – mit Mitteln vom Land. Wenn die gesetzliche Versorgungsquote allerdings erfüllt ist, dürfte es schwieriger werden, weitere Mittel zu bekommen. "Wir müssen zum Beispiel mit Betrieben daran arbeiten, das Angebot zu erweitern und die Versorgung zu sichern", schlug Paschke vor.
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