Jüchen: Koalition: Nur die SPD hat keine Lust dazu
VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 01.09.2009Jüchen (RPO). Am Mittwoch wird sich die FDP-Fraktion zusammensetzen, um Pläne für die Zukunft zu schmieden. Eines steht für Parteivorsitzenden Herbert Altenberg fest: "Wir wollen mehr politische Mitbestimmung." Immerhin hat die FDP die Zahl ihrer Ratsmitglieder von vier auf acht verdoppelt. Und sie steht einer CDU gegenüber, die zwar alle Direktmandate holte, aber ihre absolute Mehrheit einbüßte. Eine Koalition zwischen CDU und FDP bietet sich an – "aber nicht um jeden Preis", sagt Altenberg. Die Voraussetzungen müssten stimmen, dann sei die Partei für Gespräche offen. Die CDU hält sich derweil bedeckt. "Wir müssen erst innerparteilich darüber reden", so CDU-Fraktionschef Norbert Esser.
Ob das für Jüchener CDU-Verhältnisse schlechte Wahlergebnis (42,6 Prozent) personelle Konsequenzen haben könnte, mochte Esser auf Anfrage nicht kommentieren. Dass es auf eine Koalition zwischen CDU und FDP hinausläuft, ist für CDU-Vorsitzenden Dr. Christoph Schmitz keine ausgemachte Sache: "Es kommt uns auf Inhalte an", sagt Schmitz. "Das hängt an politischen Positionen und nicht an Parteifarben."Die bürgerliche FDP stünde den Christdemokraten wohl am nächsten, doch auch die Grünen und die FWG wären Gesprächen nicht abgeneigt: "Wir sind offen", sagt Grünen-Vorsitzender Peter Dederichs.
Und FWG-Chef Gerolf Hommel fügt hinzu: "Uns geht es um Sachthemen. Wenn klar wird, dass wir dieselben Ziele haben, können wir miteinander reden." Die SPD wiegelt dagegen ab. "Wir arbeiten gerne konstruktiv mit", sagt SPD-Fraktionschef Dr. Holger Tesmann. Eine Koalition suche seine Partei aber nicht.
Derweil die Parteien die neuen Machtverhältnisse austarieren, beginnt der designierte Bürgermeister Harald Zillikens mit den Vorbereitungen auf das neue Amt. "Erste Termine mit Bürgermeisterin Margarethe Kranz sind schon vereinbart", sagt Zillikens. Am 21. Oktober hat er seinen ersten Arbeitstag als Bürgermeister. "Bis dahin will ich mich einarbeiten." Zillikens Problem: Ihm wird in der Anfangszeit kein Erster Beigeordneter zur Seite stehen. Michael Jansen ist seit gestern nicht mehr im Amt, einen Nachfolger wollen die Parteien erst in der kommenden Ratsperiode bestimmen.
"Die Situation muss ich akzeptieren", sagt Zillikens. Er baue auf die Unterstützung von Margarethe Kranz. Die Bürgermeisterin ist zuversichtlich, dass die Amtsübergabe reibungslos vonstatten gehen wird: "Es soll ja vernünftig weitergehen", meint Kranz. Mit Zillikens will sie laufende Projekte besprechen, etwa den Verkehrsentwicklungsplan, die Kunstrasenplätze und den Mensabau. Der neue Bürgermeister blickt positiv in die Zukunft: "Ich setze auf Zusammenarbeit, sowohl innerhalb der CDU, als auch mit den anderen Parteien."
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