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Jüchen: Laster sollen Jüchen meiden

VON HOLGER HINTZEN - zuletzt aktualisiert: 28.08.2010

Jüchen (RPO). Damit weniger Lkw durch Jüchens Ortskern rollen, hat sich Bürgermeister Harald Zillikens an die Spedition Raben Logistics gewandt. Die will darauf drängen, dass die Fahrer die Autobahn benutzen. Garantien gibt es aber nicht.

Speditions-Geschäftsführer Wilfried Reiners will sich nach Gesprächen mit Bürgermeister Harald Zillikens kooperativ zeigen.  Foto: RPO
Speditions-Geschäftsführer Wilfried Reiners will sich nach Gesprächen mit Bürgermeister Harald Zillikens kooperativ zeigen. Foto: RPO

Das Problem ist Wilfried Reiners klar: Lastwagen, die sich durch Orte quälen und vielleicht sogar für Staus sorgen – das macht den Anwohnern keinen Spaß. "Und wir möchten mit unserem Umfeld auch in Frieden leben", versichert der Geschäftsführer der Spedition Raben Logistics. Das europaweit fahrende Unternehmen sitzt im Regiopark an der Grenze zwischen Hochneukirch und Mönchengladbach – und ist in den vergangenen Monaten in Jüchen häufiger aufgefallen. Doch auch wenn der Namen der Firma auf etlichen Lastern stand, die durch den Ort rollten: "Wo Raben draufsteht, ist nicht immer Raben drin", sagt Reiners. Denn die meisten dieser Lastwagen gehören Subunternehmer, die lediglich von Container der Spedition auf ihrem stählernen Buckel kutschieren. "Wir haben die Fahrer angehalten, nicht mehr durch Jüchen zu fahren", sagt Reiners, "hinterher fahren und das kontrollieren, können wir aber nicht."

Info

Das Unternehmen

Sitz seit zwei Jahren im Regiopark zwischen Güdderath und Hochneukirch, acht Niederlassungen in Deutschland, Stammsitz Niederlande

Fahrten täglich fahren gut 200 große und kleine Lkw ein und aus

Reichweite europaweit

Recht lässt keinen Zwang zu

Mag in der Vergangenheit der ehemalige Jüchener CDU-Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer auch hartnäckig über zu viel Verkehr auf der Ortsdurchfahrt B 59 geklagt haben: Eine Handhabe, weniger Lastwagen oder knatternde Motorräder im Ortskern zu erzwingen, sieht auch Bürgermeister Harald Zillikens nicht. Beschränkungen lasse die Rechtslage nur zu, wenn die Straße ein Unfallschwerpunkt oder bautechnisch marode sei oder wenn mehr als 32 000 Fahrzeuge darauf gezählt würden. Alle drei Bedingungen treffen auf die B 59 jedoch nicht. Laut Verkehrszählungen gebe es 12 000 Fahrzeuge täglich. Also versuchte es Zillikens mit Gesprächen.

Raben Logistics ist danach auch gerne bereit, auf die Fahrer einzuwirken. Aber: Da die meisten für Subunternehmer tätig sind, hat Geschäftsführer Reiners keine Weisungsbefugnis. Er kann nur versuchen, die Fahrer und Subunternehmer nachdrücklich zu überzeugen, statt der B 59 die Autobahn zu nehmen. Dass Fahrer sich für die Bundesstraße entscheiden, habe auch finanzielle Gründe. Eine Fahrt über die Autobahn von Bedburg nach Güdderath koste 4,08 Euro Maut. Da manche Fahrer diese Strecke gut 20-mal am Tag zurücklegten, koste das bei 20 Arbeitstagen pro Woche gut 400 Euro.

Etwa 200 ein- und ausgehende 40-Tonner und kleinere Lkw werden bei der Spedition täglich gezählt. Sie transportieren etwa 500 Tonnen Fracht, die Reiners Sammelstückgut nennt. Will heißen: kleinteilige Fracht von Elektronikgeräten bis zur Teppichrolle, die in der Region bei Firmen, im Handel und auch bei Privatleuten ausgeliefert werden. Zugleich sammelt Raben Logistics solche Fracht auch in der Region ein und stellt sie zu Transporten in Großstädten zusammen, von denen aus sie regional weiterverteilt werden.

Quelle: RP

 
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