Jüchen: Madonna stürzt auf Kirchgänger
VON LESLIE BROOK UND URSULA WOLF - zuletzt aktualisiert: 03.12.2008 - 07:12Jüchen (RPO). Eine 30 bis 35 Kilo schwere Marienfigur aus Massivholz ist einem 79-Jährigen in der Kapelle von Schloss Dyck während einer Messe auf den Kopf gefallen. Der Kleinenbroicher wurde dabei so schwer verletzt, dass die Wunde mit sechs Stichen genäht werden musste.
Die 1,15 Meter große Madonnenstatue war von ihrem Sockel gefallen, nachdem ein hochgewachsener Mann in der ersten Kirchenbank aufstand und mit der Schulter unter den Wandsockel mit der Madonna stieß. Die Figur traf seinen Hintermann, den 79-jährigen Heinrich Post, mit voller Wucht an der Stirn. Der Kleinenbroicher sackte zusammen und musste ins Krankenhaus nach Grevenbroich gebracht werden.
„Wir bedauern den Unfall und schauen uns jetzt genau an, was passiert ist“, sagt Jens Spanjer, Geschäftsführer der Stiftung Schloss Dyck, in deren Eigentum sich die Kapelle befindet. Zusammen mit Fachleuten wolle er die Befestigungen des Inventars der Kapelle erneut überprüfen. Anzeige will Heinrich Post nicht erstatten.
Erst in den Jahren 2001 und 2002 war die Schlosskapelle aufwendig saniert und restauriert worden. Die Befestigung der Marienstatue sei ordnungsgemäß gewesen: „Bei der Restauration wurde der Sockel mit Statue neu montiert“, berichtet Spanjer. Ein drei Zentimeter dicker eingemauerter Eisenhaken verankerte den Sockel in der Wand.
„Um diesen zu lösen, muss man gleichzeitig von unten dagegen drücken und ihn nach vorne aushebeln. In meinen Augen war das, was während der Messe passiert ist, ein sehr unglücklicher Vorfall“, erklärt Jens Spanjer. Die Kapelle wird einmal wöchentlich am Sonntag für Messen genutzt. Ab und zu gibt es auch Führungen durch das Kapellchen; selten finden dort Trauungen statt.
Die Marienstatue wurde nicht beschädigt. Sie ist laut der Stiftung Schloss Dyck die kostbarste Figur in der kleinen Kapelle und genauso alt wie die Schlosskapelle selbst. Ihre Entstehungszeit wird auf Mitte des 17. Jahrhunderts geschätzt. Kunsthistoriker ordnen sie der Grupello-Schule rund um den Düsseldorfer Bildhauer Gabriel de Grupello zu.
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