Jüchen: Müll soll endlich billiger werden
VON TOBIAS DUPKE - zuletzt aktualisiert: 17.03.2007Jüchen (RPO). Das Jüchener Abfallsystem ist eins der teuersten in NRW – noch. Mit einem neuen Vertrag ab 2009 (der bestehende mit Schönmackers läuft dann aus) sollen auch neue Gebühren kommen.
Und die sollen niedriger sein als bisher. Die Bürger werden dann teilweise selbst bestimmen können, wie viel sie bezahlen. Denn konsequente Mülltrennung soll in Zukunft Bares bringen. Wer weniger Müll produziert und besser trennt, muss weniger bezahlen. Der Politik wurden verschiedene Modelle im Umweltausschuss vorgestellt.
Die Restabfallmenge soll reduziert werden. Sie macht zwei Drittel der Kosten aus. Schaffen sollen die Bürger das mit besserer Mülltrennung. Die soll belohnt werden, denn mit einer kleineren Restmüllmenge wird die Gebühr niedriger.
Generell vorausgesetzt wird eine Mindestmüllmenge von 15 bis 20 Litern pro Woche und Person. Mülltonnen in den entsprechenden Größen sollen dann an die Haushalte verteilt werden. Bis zu 120 Liter ist das auch kein Problem: Für 40, 60, 80 Liter (14-tägliche Leerung) werden einfach Einsätze in die Tonne eingebaut Von 120 bis 240 Litern aber gibt es keine Zwischenschritte. Das bedeutet, dass entweder zwei Mülltonnen aufgestellt werden müssten oder dass zur teureren 240 Liter-Tonne gegriffen werden muss.
Genau daran stieß sich Gerolf Hommel von den Freien Wählern im Umweltausschuss: „Ich habe zu Hause keinen Platz für zwei Tonnen, also werde ich gezwungen, die Größere zu nehmen – für mehr Geld. Das ist keine Gerechtigkeit.“ Schützenhilfe erhielt er von Werner Hüsselmann (CDU): „Nicht nur Herr Hommel hat keinen Platz zu Hause.“ Alle Haushalte mit vier oder fünf Personen, die nur das Mindestvolumen benötigen, würden vor der Tonnenfrage stehen: immerhin rund 1750 nach Gemeindeangaben, die eine 120 und zusätzlich noch eine 40 oder eine 80 Liter Tonne benötigen. „Das ist so nicht akzeptabel“, meinte auch SPD-Chef Dr. Holger Tesmann.
Wiegesystem: Genau, aber teuer
Die Alternative: teure Wiegesysteme. Damit könne gewährleistet werden, dass jeder auch nur das bezahlt, was er produziert. Dafür allerdings müssten die Müllwagen mit speziellen Waagen ausgestattet werden, die Verwaltung müsste einen hohen Aufwand betreiben, um die Mengen abzurechnen.
Die Politik wird sich in den Fraktionen mit der Müllfrage auseinandersetzen. Eine Entscheidung ist bis zur Ratssitzung am 14. Juni fällig. Dann muss die EU-weite Ausschreibung starten.
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