Jüchen: Neues Müllsystem: Nur bei kleineren Tonnen wird gespart
VON LESLIE BROOK - zuletzt aktualisiert: 15.11.2008Jüchen (RPO). Wer sich künftig beim Produzieren von Restmüll kräftig einschränkt, der spart mit dem neuen Müllsystem der Gemeinde bares Geld. Besonders die Haushalte, die sich einen Kompost im Garten anlegen, können von der Umstrukturierung profitieren. Ebenso wie jemand, der eine kleinere Biotonne als bisher nutzt.
Anreiz zur Mülltrennung
Gemeindesprecher Norbert Wolf rechnet es vor. Bisher bekam ein Vier-Personen-Haushalt ohne Garten automatisch eine 240 Liter Restmüll- und eine 240 Liter Biotonne. Wenn derselbe Haushalt künftig 120 Liter Restmüll- und 80 Liter Biotonne nutzt, spart er 106 Euro (zum Vergleich: bisher 374 Euro, ab 2009 sind es 268 Euro). Wenn die Bürger bei ihren bislang verursachten Müllmengen bleiben, bedeutet das ein Minus auf ihrem Konto. Sie müssten im eben angenommenen Fall stolze 564 Euro aufbringen, also ganze 188 Euro mehr. Wolf räumt ein, dass auch kleinere Haushalte künftig draufzahlen müssen.
Die Gemeinde hat sich mit dem neuen System zum Ziel gesetzt, die Bürger zur Mülltrennung und Eigenkompostierung zu bewegen. Der neue Entsorger holt den Müll billiger ab, die Auswirkungen kommen aber nicht überall an.
Die Verwaltung hat aufgrund der Bestellungen der 7000 Grundstückseigentümer die Kosten nochmal durchgerechnet. Im Fall eines Drei-Personen-Haushalts kosteten 120 Restmüll- sowie Biotonne früher 280,50 Euro, nach dem ersten Entwurf 318 Euro, nach aktuellen 282 Euro. Also 1,50 Euro mehr.
Die Ergebnisse der Auswertung zeigen, dass die Bürger bei der Biotonne versucht haben, entweder dem Vorschlag der Verwaltung nachzukommen oder aber drunter zu gehen, um nicht mehr zahlen zu müssen. Die Biotonne wurde von 56 Prozent der Grundstückseigentümer als 240-Liter-Gefäß angefordert. 31 Prozent wählten sie in der Größe 120 Liter und 13 Prozent der Grundstückseigentümer forderten eine 80-Liter-Biotonne an. Beim Restmüll ergibt sich ein anderes Bild: Sie wurde häufig größer bestellt, als von der Verwaltung vorgeschlagen. Meist wurde die nächst größere Tonne geordert. Nur selten wurde eine kleinere ausgesucht, teilt Wolf mit.
Der neue Entsorger, die Städtreinigung Gerke, verteilt die Müllgefäße bis zum 5. Dezember im Gemeindegebiet. Ab dem 1. Januar können sich die Einwohner in der Praxis davon überzeugen, ob sie mit ihren gewählten Tonnen zurecht kommen. Es ist einmal im nächsten Jahr kostenlos möglich, die Größen der Tonnen zu wechseln.
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