Jüchen: Polo: Zehn Auszubildende gesucht
VON LESLIE BROOK - zuletzt aktualisiert: 24.01.2009Jüchen (RPO). Weil sich nicht genügend verlässliche Bewerber fanden, konnte der Jüchener Motorradzubehör-Händler Polo voriges Jahr mehrere Lehrstellen nicht besetzen. Zehn neue Plätze soll es ab August geben. Es bekommen auch Jugendliche eine Chance, die schon lange suchen.
Weit über 100 Bewerbungen musste Christian Schleiden schreiben, bis es endlich klappte und er in seinem Wunschberuf landete. Drei Jahre lang kämpfte der 22-Jährige um eine Ausbildung. "Dann wurde klar, dass Polo nach Jüchen kommt, ein riesiges Unternehmen. Und für Motorräder habe ich mich schon immer interessiert", erzählt der Jüchener. Also versuchte er es und schickte noch einmal seine Unterlagen mit Foto, Lebenslauf und Zeugnissen auf den Weg. Dieses Mal passte alles: Seit August lernt der 22-Jährige bei dem Motorradzubehör-Anbieter Polo Bürokaufmann. Und: "Es macht mir großen Spaß. Ich fühle mich wohl, die Kollegen sind nett und ich lerne viel."
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Wann? Ausbildungsstart ist im August; schon jetzt sollten sich interessierte Jugendliche bewerben.
Wo? Umfassende schriftliche Bewerbungen sind zu richten an: Firma Polo, z.H. Kerstin Herzog, Polostraße 1, 41353 Jüchen
Was? Voraussetzungen sind eine Vorliebe für Motorräder, ein Realschulabschluss und als wichtigste Eigenschaft Zuverlässigkeit.
Polo möchte noch vielen Jugendlichen eine Ausbildung ermöglichen. Derzeit haben sie zehn Azubis, beschäftigen würden sie jedoch gerne doppelt so viele. Das Problem: Zum letzten Ausbildungsstart sind zwar einige Bewerbungen eingegangen, aber zum Vorstellungsgespräch sind nur wenige erschienen. "Die Verlässlichkeit ist ein großes Problem. Wir haben einfach nicht genügend Kandidaten gefunden und deshalb blieben einige Ausbildungsplätze unbesetzt", berichtet Ausbildungsleiterin Kerstin Herzog.
In fünf Berufen bildet das Unternehmen Ausbildungen an: Bürokaufmann, Einzelhandelskaufmann, Groß- und Außenhandelskaufmann, Fachkraft für Lagerlogistik und Handelspacker. "Gerade im Bereich der Fachkraft für Lagerlogistik brauchen wir noch einige Azubis", sagt Herzog. Dieser Beruf werde häufig unterschätzt: "Nur weil Lager davorsteht, hat das nichts mit einem Packer zu tun." Stattdessen gehe es viel um Logistik. "Der Beruf ist zu 50 Prozent kaufmännisch orientiert", sagt die Projektleiterin.
Seinen Traumjob hat Yanick Lauffs in diesem Ausbildungsberuf gefunden. "Ich wusste nicht so genau, was ich machen möchte und habe vieles ausprobiert", erzählt der 20-Jährige. Dann begann er eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik bei einer Spedition. "Dort fühlte ich mich nicht wohl. Ich habe nichts gelernt, sondern nur hin- und her gepackt."
Der junge Mann aus Garzweiler wollte etwas ändern. Den Kontakt zu Polo aufgenommen hat das Jugendförderungswerk Mönchengladbach. Das kümmert sich um Jugendliche, die als "schwer vermittelbar" gelten, und ist Träger der Ausbildung. Bereut hat Kerstin Herzog ihre Entscheidung nie: "Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass Yanick als schwer vermittelbar galt. Er ist zuverlässig, pünktlich und macht eine gute Arbeit." Der 20-Jährige fühlt sich wohl: "Hier lerne ich das, wofür ich mich beworben habe."
Polo bietet seinen Auszubildenden eine Übernahmegarantie. "Wir sind froh, wenn wir gute Leute haben, die sich mit unserer Materie auskennen", sagt Herzog. Christian Schleiden macht gerade seinen Motorradführerschein: "Da kommt man nicht vorbei, wenn man hier arbeitet", sagt er und grinst.
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