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Jüchen: RWE Power beobachtet künftige Tagebaukante

VON HANS HENDRIK FALK - zuletzt aktualisiert: 21.04.2010

Jüchen (RPO). Das Erdreich im Tagebau Garzweiler II wird gen Westen entlang der Autobahn 46 und der dahinterliegenden Ortschaft Hochneukirch immer weiter abgetragen. Vorsorglich beobachtet Tagebaubetreiber RWE Power das Gelände, das ab Ende 2011 in unmittelbarer Nähe der Grube liegen wird. Dafür werden Gebäude fotografiert und zusätzliche Messpunkte aufgestellt.

RWE Power will den Turm sprengen, weil die Braunkohlebagger vorrücken sollen.  Foto: ddp, ddp
RWE Power will den Turm sprengen, weil die Braunkohlebagger vorrücken sollen. Foto: ddp, ddp

Die Autobahn verläuft auf diesem Stück teilweise gerade außerhalb der Sicherheitszone, die mindestens 100 Meter breit sein muss, also 100 Meter von der Tagebaukante entfernt. Wenn alles nach Plan verläuft, dann soll bis Ende 2013 der Braunkohleabbau in Garzweiler II so weit vorangeschritten sein, dass über die gesamte Länge Hochneukirchs eine tiefes Loch auf der anderen Seite der A 46 klaffen wird. Ein Teil des Wohngebiets, südlich der Kreuzung Weststraße und Holzerstraße, wird dann 200 bis 400 Meter vom Grubenrand entfernt liegen.

"Das handhaben wir immer so"

Diesen 400 Meter breiten Streifen lässt RWE Power ab Mai nun beobachten. RWE Power Sprecher Manfred Lang betont, dass solche Beobachtungsmaßnahmen in vergleichbaren Gebieten nicht ungewöhnlich seien: "Das handhaben wir immer so. Es geht darum zu schauen und zu dokumentieren, wie es vor Ort aussieht. Wenn der Tagebau dann in die Nähe der Siedlungen vorangeschritten ist, können wir gegebenenfalls Veränderungen feststellen."

Die Aktion ist mit der Gemeinde Jüchen abgestimmt, die über die Maßnahmen bereits frühzeitig informiert worden ist. Die Anwohner im Beobachtungsgebiet würden in den nächsten Tagen Post erhalten, sagt Lang. Jeder Hausbesitzer bekommt einen Satz Fotoabzüge seines Anwesens. Fotograf Michael Strauch aus Eschweiler wird die Fotos schießen – von öffentlichen Verkehrswegen aus. Mit Einverständnis der Eigentümer wird er auch von Privatgrundstücken aus Aufnahmen machen. Zu den zusätzlich installierten Messpunkten auf dem Gelände innerhalb der Beobachtungszone, sollen auch an ausgewählten Gebäuden Höhenmesspunkte angebracht werden.

Hommel: "Nervös geworden"

Gerolf Hommel, Vorsitzender der Ratsfraktion der Freien Wählergemeinschaft (FWG) vermutet, RWE Power sei nach dem Erdrutsch vor einem Monat im Tagebau Inden im Kreis Düren nervös geworden. Denn das Beobachtungsgebiet umfasse in der Breite die doppelte Tiefe des Tagebaues. Das sind laut Hommel genau die Maße, die von Fachleuten als Sicherheitszone gefordert würden.

RWE-Sprecher Lang wiegelt ab: "Mit dem Ereignis in Inden haben diese Maßnahmen nichts zu tun. Das ist nichts Neues: Es geht einfach nur darum, verlässliche Daten zu ermitteln."

Quelle: RP

 
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