Jüchen: Schloss Dyck: Eiszeit vorbei
VON LESLIE BROOK - zuletzt aktualisiert: 06.01.2009Jüchen (RPO). 2012 soll die Stiftung Schloss Dyck schwarze Zahlen schreiben. Durch eine Finanzspritze von zehn Millionen Euro gestärkt will ein neuer Vorstand neue Akzente setzen: Firmen sollen in Dyck tagen und Touristen angelockt werden.
Wenn Schloss Dyck kein Schloss, sondern ein Schiff wäre, würde Jens Spanjer wohl sagen, dass es sich nun auf dem richtigen Kurs befindet. Bisher, so der neue Vorstand der Stiftung Schloss Dyck, sei diese „unterkapitalisiert“, das heißt, mit zu wenig Stiftungskapital ausgestattet gewesen.
Nun sind die Segel für weitere Expeditionen gesetzt, denn das Land, RWE Power, der Landschaftsverband Rheinland und der Kreis Neuss haben der Stiftung Schloss Dyck insgesamt zehn Millionen Euro zukommen lassen. Mit den Erträgen könne die Stiftung jetzt vernünftig arbeiten und sich bald selbst tragen: „2012 wollen wir die schwarze Null erreichen“, sagt Spanjer. Bis dahin genüge die Finanzspritze, um die Sanierungszeit des Schlosses (bis Mitte/Ende 2011) gut zu überstehen.
Die Zahlen
Stiftungskapital Fünf Millionen hatte die Stiftung noch, sechs sind nach Ablösung der Defizite hinzugekommen, das Stiftungskapital beläuft sich also auf 11 Millionen; Finanzierung 2009 20 Prozent Erträgen aus der Stiftung (rund 400 000 Euro); 17 Prozent aus Vermietungen (Shops, Gastronomie etc.); 50 Prozent aus Eintrittsgeldern (davon 60 Prozent aus Veranstaltungen); 13 Prozent Sonstiges
Mehrmals im Jahr
Um die positive Entwicklung anzukurbeln, hat der geschäftsführende Vorstand, seit dem 1. Januar vereint in der Person Jens Spanjers, genaue Vorstellungen: Er will „den Schwerpunkt verlagern“. „Bisher haben wir uns um Neukunden bemüht und darum, ein Veranstaltungsprogramm zu etablieren.“
Künftig soll der Fokus auf dem „normalen Besucherbetrieb“ liegen und darauf, Firmen für Tagungen auf Schloss Dyck zu gewinnen. „Wir haben schon mehrere Großkunden wie Audi, BMW oder Landrover für Autopräsentationen nach Schloss Dyck holen können, wie auch andere Firmen mit ihren Sommerfesten und Betriebsfeiern“, erläutert Spanjer. Im Stallhof entstehen weitere Tagungsräume, „die es uns ermöglichen, das Angebot auszuweiten“.
Die Besucher sollen mehrmals im Jahr zu einem Ausflug ins Schloss und den angrenzenden Park animiert werden. Dabei sollen wechselnde Ausstellungen und neue Attraktionen helfen: Zum Beispiel der zweite Teil der Rheingold-Schau, eine Magnolienwiese, neue Rosen und Stauden, ein Wasserspielplatz und neue Mustergärten. „Wir müssen den Besuchern bieten, was aktuell interessant ist“, so Spanjer.
Busunternehmen sollen Touren mit Ziel Schloss Dyck anbieten. Das Veranstaltungsprogramm hingegen soll nicht erweitert, sondern in der bisherigen Form aufrecht erhalten werden. „Alle Veranstaltungen werfen einen Gewinn ab“, sagt der Vorstand. Besonders große Erträge bringen die Classic Days, die „Gartenlust“, der Weihnachtsmarkt, die Illumina und das Renaissancefest, so Spanjer.
Oberste Priorität hat jedoch der Abschluss der Sanierungen. Im August ist der zweite Teil des Schlosses dran, 2011 der Stallhof. „Mit jedem Stück, was wir fertig haben, steigern wir die Einnahmen“, sagt Spanjer.
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