Jüchen: Schloss Dyck im Aufwind
VON BIRTHE ROSENAU - zuletzt aktualisiert: 10.01.2008Jüchen (RPO). Höherer Ertrag, der Besucherrekord und ein so umfangreiches Programm, wie nie zuvor – ein erfolgreiches Jahr liegt hinter der Schloss-Stiftung. Nun wird ein Investor gesucht, der das Schloss teilweise zum Hotel umbaut.
Um den Erhalt des Barockschlosses zu sichern, brachte Marie Christine Gräfin Wolff Metternich als letzte Besitzerin 1999 das Anwesen in die Stiftung Schloss Dyck ein. Damals war ungewiss, was damit auf die Stiftung zukommt. „Uns war jedoch klar, dass die damaligen Besucherzahlen nicht tragbar waren und dringend etwas geschehen musste“, betonte Vorstand Tillmann Lonnes. Gestern zog die Stiftung Bilanz für das Jahr 2007.
Zu vermelden gab es dabei allerhand Erfreuliches: Mit rund 180 000 Besuchern wurde ein Rekord erreicht (1999 waren es gerade einmal 40 000). Die Stiftung und das Schloss werden in ganz Deutschland immer bekannter, die Erträge der Stiftungsarbeit sind gestiegen, und die Sanierung schreitet voran. Auch das Programm in Park, Gartenanlagen und Schloss war in 2007 so umfangreich, wie nie zuvor.
Programm-Highlights
23. März Saisonbeginn und Ostereier suchen im Park
24. März Pflanzenmarkt und Kamelienausstellung
30. April Hexennacht zur Eröffnung des Renaissancefestes (1.-4. Mai) mit der Musikgruppe „Faun“
17. Mai Ausstellung „Präsentation Sammlung Rheingold“
29. Juni Konzert des WDR Rundfunkorchesters
2./3. August Schloss Dyck Classic Days (Oldtimer und Motorsport)
5.-14. September Illumina
29./30. November Schlossweihnacht
Werbung auf der Expo Real
Auf der Expo Real in München, Europas größter Messe für Gewerbeimmobilien, haben die Stiftungsmitglieder erst im Oktober für das Wasserschloss kräftig geworben. „Wir haben über 30 Stände besucht und wurden auch von vielen angesprochen. 90 Prozent unserer Gesprächspartner kannten Schloss Dyck – das macht uns stolz“, berichtete Lonnes.
Ziel der Gespräche war es vor allem, einen möglichen Investor für einen Teilumbau der Schlossanlage zu einem Nobelhotel zu finden. Etwa 80 Betten könnten bis Ende 2010 in den Gebäudeteilen Reitbahn und Wirtschaftshof entstehen. „Wir verfolgen das Ziel weiter, haben aber noch keine verbindlichen Zusagen“, erklärte Lonnes.
Der Umbau ist Teil eines Masterplanes, den die Stiftung im vergangenen Jahr erarbeitet hatte, um endlich aus den roten Zahlen zu kommen. „Wir schleppen immer noch das Anfangsdefizit von vor sieben Jahren mit uns herum“, sagte Jens Spanjer, Geschäftsführer der Stiftung. Doch der Ertrag konnte im Vergleich zum Vorjahr um 242 000 Euro gesteigert werden. „Mehr als 80 Prozent der Betriebskosten von Schloss Dyck hat die Stiftung selbst erwirtschaftet“, betonte Tillmann Lonnes. Das Defizit will zum Teil der Rhein-Kreis Neuss übernehmen. Ob es weitere Zuschüsse gibt, sei „noch nicht abschließend geklärt“, sagte Spanjer. „Aber wir sind finanziell aus dem Gröbsten raus.“
Illumina, Classic Days, Schlossweihnacht – diese und andere Veranstaltungen hätten zum Besucherrekord beigetragen und Schloss Dyck bekannt gemacht. Daher sollen sie auch 2008 fortgeführt werden. Neu im Programm ist eine Hexennacht mit Tanz in den Mai und ein Konzert des WDR-Rundfunkorchesters am 29. Juni.
Auch die Sanierung der Gebäude hat weiter hohen Stellenwert. Der Torbogen und der Umbau der alten Schreinerei in eine Gärtnerei haben dabei 2008 Priorität. „Bis Ende 2010 wollen wir dann alle wichtigen Gebäudeteile durchsaniert haben“, betonte Lonnes. Es sollen 5,5 Millionen Euro investiert werden – 80 Prozent vom Land, 20 vom Kreis.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



