Jüchen: Schul-Mensa: Politiker sauer
VON DÉSIRÉE LINDE - zuletzt aktualisiert: 05.09.2008Jüchen (RPO). Der Ärger bei den Politikern wegen der geplanten Mensa für Realschule und Gymnasium ist groß. Nicht wegen der Idee, sondern weil bislang die politischen Gremien – also weder Ausschüsse noch Rat – darüber informiert worden sind.
Die CDU-Fraktion fühlt sich von der Bürgermeisterin übergangen. „Ich bin sehr verärgert“, sagte Sprecher Werner Hüsselmann. Er habe gerade eine Anfrage an die Mitglieder seiner Fraktion geschickt, um zu klären, wer von der Sache wusste: „Aber von dem, was ich bislang gehört habe, wusste eben niemand davon“, ärgerte sich Hüsselmann.
Auch, wenn der Bau eine rechtliche Konsequenz sei, wäre er gern vorher informiert worden. Das sieht auch FWG-Chef Gerolf Hommel so. „Überrascht und schon etwas sauer“ sei er wegen der Informationspolitik der Bürgermeisterin.
Margarete Kranz verteidigt das Vorgehen: Es habe im Juli einen Runderlass des Landesministeriums für Schule gegeben. Darin werden die Schulträger verpflichtet, eine Mittagspause von 60 Minuten einzuführen und so auch ein warmes Essen und einen geeigneten Raum dafür anzubieten. „Wir müssen die Sache doch erst einmal klären, bevor wir etwas vorlegen“, sagte Kranz. Just in diesen Tagen habe sie eine Information an die Ratsmitglieder geschickt.
Wenigstens Mitteilung in den Rat
Im Oktober kommt das Thema in den Schulausschuss. Von der Idee einer Mensa sind die Politiker durchweg erfreut. Auch Thomas Dederichs, Fraktionsvorsitzender der Grünen: „Ich habe es schon vorher bei einem Elternabend erfahren“, erzählte Dederichs, dessen Tochter das Gymnasium besucht. Auch er kritisiert die Informationspolitik.
Deshalb habe er bereits mit Kranz gesprochen und betont, dass er es nicht für glücklich halte, dass es nicht einmal eine Mitteilung im Rat gegeben habe. „Es wäre ja nichts dabei gewesen, darüber zu informieren“, meint Dederichs. Über Details, etwa die Frage: Caterer ja oder nein, würde er gern „so schnell wie möglich“diskutieren. Auch FDP-Chef Herbert Altenberg freut sich „bald über das Thema diskutieren zu können“.
Dr. Holger Tesmann, SPD-Vorsitzender, dagegen sieht keinen Grund für Kritik: „Es ist richtig, dass das erst einmal zwischen den Schulen geklärt wird. Wenn dann der Wunsch und Bedarf da ist, kann es in die Planung in die Politik gehen.“
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