Jüchen: Stiftung strahlt Zuversicht aus
VON HOLGER HINTZEN - zuletzt aktualisiert: 31.01.2009Jüchen (RPO). Ein Besucherrekord und eine zehn Millionen Euro starke Finanzspritze lassen hoffen: Die Stiftung Schloss Dyck ist zuversichtlich, dass die Zeit der Finanznot vorbei ist. Das Veranstaltungsprogramm 2009 setzt auf Bewährtes.
Die mit einer Finanzspritze in Höhe von zehn Millionen Euro frisch versorgte Stiftung Schloss Dyck sieht sich auf einem guten Weg. Nicht nur wegen des Millionen-Zuschusses aus öffentlichen Kassen und vom Unternehmen RWE Power. Auch ein Besucherrekord gibt Stiftungs-Geschäftsführer Jens Spanjer ein gutes Gefühl. 233 000 Menschen haben voriges Jahr das Schloss und den Park besucht – 26 Prozent mehr als im Jahr davor und mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2006. Inzwischen schaffe es die Stiftung, 62 Prozent der Betriebskosten aus den Eintrittsgeldern zu decken, erklärte Spanjer gestern. Weitere 20 Prozent decken die Einnahmen aus der Gastronomie und aus Vermietungen. Das Geld für die bis 2011 geplanten restlichen Sanierungsarbeiten an dem historischen Gemäuer werden der Rhein-Kreis Neuss und das Land Nordrhein-Westfalen aufbringen.
Das Programm
Einige Höhepunkte des Veranstaltungsprogramms für 2009 sind:
Ausstellung Rheingold II zeitgenössische Kunst, zu sehen vom 29. März bis 30. Dezember
Classic Days Oldtimerparade, am 1. und 2. August
Illumina Lichtspektakel, vom 4. bis 13. September
Schlossweihnacht Weihnachtsmarkt, am 28./29. November, 5./6. und 12./13. Dezember
Mehr Kapital, mehr Zinsen
Diese Zahlen stimmen zuversichtlich, dass die Stiftung so schnell nicht wieder eine Kapitalspritze braucht. Im Dezember hatten der Landschaftsverband Rheinland und der Kreis Neuss mit jeweils zwei Millionen Euro das bis dahin aufgelaufene Defizit der Stiftung gestopft. Das Land und RWE Power stockten zudem das Kapital der Stiftung um jeweils drei Millionen auf. Dieses Geld kann nicht ausgegeben werden, wohl aber die Zinsen, die es bringt. Mit den nunmehr höheren Zinseinnahmen und den Erlösen aus normalem Besucherbetrieb, Veranstaltungen, Gastronomie und Vermietungen muss die Stiftung jetzt klar kommen.
An den immer zugkräftiger werdenden Veranstaltungen wie Illumina (26 000 Besucher im vorigen Jahr) oder der Oldtimer-Parade "Classic Days" (37 000) will die Stiftung auch in diesem Jahr festhalten. Wegen des riesigen Besucherandrangs im vergangenen Jahr soll die Dycker Schlossweihnacht (32 000 Besucher) in diesem Jahr auf drei Adventwochenenden ausgedehnt werden. Den Besucherstrom erhöhen könnte auch noch die Tatsache, dass die Stiftung für das Schloss auf internationalen Touristikmessen in Utrecht und Berlin wirbt.
Langfristiges Ziel ist es, auf Dyck ein Hotel einzurichten. "Dazu sind wir mit einigen Investoren im Gespräch", so Spanjer. Die Herberge soll im Bereich der Remisen und des Wirtschaftshofes entstehen. Diese Teile der Anlage gehören nicht zu den Bereichen, die mit finanzieller Hilfe des Kreises Neuss und des Landes saniert werden. In diesem Jahr stehen am Ost- und am Nordflügel der Anlage Fassaden- und Dachsanierungen an. Bis 2011 sollen weitere Teile restauriert sein. Insgesamt sieben Millionen Euro sind für die Vorhaben nötig, das Geld geben Kreis und Land.
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