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Jüchen: Straßenbau: Bürger wollen klagen

VON URSULA WOLF UND HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 14.07.2009

Jüchen (RPO). Das Pflaster bröckelt und die Schlaglöcher werden tiefer: Wallraths Straßen sind in einem desolaten Zustand. Die von der Gemeinde Jüchen geplante Erneuerung ist teuer: Grundstücksbesitzer müssen für Anliegerbeiträge tief in die Tasche greifen. Das passt vielen nicht – sie wollen sich wehren.

Für Sanierungsmaßnahmen ist es zu spät, die Straßen in Wallrath müssen erneuert werden. Eckhard Heyers ist einer von vielen Bürgern, die dafür Anliegerbeiträge zahlen müssen.   Foto: RPO
Für Sanierungsmaßnahmen ist es zu spät, die Straßen in Wallrath müssen erneuert werden. Eckhard Heyers ist einer von vielen Bürgern, die dafür Anliegerbeiträge zahlen müssen. Foto: RPO

Wallrath "Das Verfahren mag juristisch korrekt sein, aber mein Rechtsempfinden sagt etwas anderes", sagt Eckhard Heyers aus Wallrath. Seit Jahren sind die Straßen am Ort in einem schlechten Zustand. "Vor 20 Jahren gab es hier Kanalbaumaßnahmen, seitdem ist die Straße marode." Anfang des Jahres wurden die Wallrather damit konfrontiert, hohe Anliegerkosten für die Erneuerung der Straßen zahlen zu müssen.

Ein Sturm der Entrüstung brach los, im Ort wurde aus Protest eine Bürgerbefragung durchgeführt. Ein Ingenieurbüro untersuchte daraufhin die Straßen, überprüfte, ob Instandhaltungsmaßnahmen die Straßen in einen besseren Zustand versetzen könnten. Denn für solche Maßnahmen käme allein die Gemeinde auf. Das Ergebnis der Untersuchungen: Die Straßen sind so marode, dass eine umfassende Erneuerung notwendig ist. Und dafür werden die Anlieger zur Kasse gebeten. "21 000 Euro sollen wir zahlen", sagt Uschi Klerks entrüstet. Wegen einer Reithalle, die auf einem zweiten Flurstück liegt, wird ihr Beitrag praktisch verdoppelt. "Wir werden den landwirtschaftlichen Rechtsbeistand nutzen und juristisch dagegen vorgehen", sagt Klerks.

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Das sind die Kosten

Am Zollbrett Der Gesamtanteil der Anlieger beläuft sich auf 103 446,12 Euro. Die Gemeinde zahlt 241 374,28 Euro.

Brückstraße Gemeinde und Anlieger übernehmen jeweils 67 372,39 Euro.

Parkstraße Die Anlieger zahlen insgesamt 31 348,59 Euro, die Gemeinde gibt 73 146,70 Euro.

Gesamtkosten 840 000 Euro

Die Emotionen der Wallrather kochten noch einmal in einer Bürgerversammlung hoch, die jetzt in der Bedburdyker Bürgerhalle stattfand. Dort verkündeten die Gemeindeverwaltung und das Ingenieurbüro Isaplan den Wallrathern, was auf sie zukommt: Bei einer Grundstücksgröße von 500 Quadratmetern und einem eingeschossigen Haus würde der Ausbau nach der Rechnung der Verwaltung Am Zollbrett 1552,40 Euro, an der Parkstraße 980,05 Euro und an der Brückenstraße 2946,40 Euro kosten. Entsprechend teurer werde der zu zahlende Betrag bei Gebäuden, die mehrere Geschosse haben, erläuterte Ulrich Hartmann, Bereichsleiter Straßenbau der Gemeinde Jüchen.

Dass der Umbau kommt, stand bei der Versammlung schon fest. Immerhin konnte Ingenieur Peter Sienko die Anwohner beruhigen: Rund 580 000 Euro werden die Maßnahmen kosten, einen Großteil davon übernehme die Gemeinde. Die Jüchener Verwaltung war bei den ersten Planungen von 800 000 Euro ausgegangen. Das konnte Sienko nach unten korrigieren.

Die Bürger durften mit entscheiden, wie die Straßen umgebaut werden. Die Wallrather votierten für einen so genannten "weichen Ausbau", Straßen und Bürgersteige werden demnach höhengleich gebaut. Die Seitenflächen der Straße sollen die Farbe grau erhalten, so die Entscheidung der Bürger.

Eckhard Heyers sieht ein, dass etwas gemacht werden muss: "Lässt man es liegen, wird es nur teurer", meint er. "Viele warten nun erst mal die Gebührenbescheide ab. Das tut auch Tim Hanke: "Wir haben erst vor drei Jahren hier gebaut", erzählt der Familienvater. "Jetzt so hohe Beiträge zahlen zu müssen, ist ein starkes Stück – auch ich denke über rechtliche Schritte nach."

Quelle: RP

 
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