Jüchen: Streit um Gewerbefläche
VON DÉSIRÉE LINDE - zuletzt aktualisiert: 26.06.2008Jüchen (RPO). Die Gemeinde wird das Gewerbegebiet an der Peter-Busch-Straße aufgeben. Das hat der Rat beschlossen. Denn die Bezirksregierung gibt dem Gewerbegebiet an der Neusser Straße nur grünes Licht, wenn an anderer Stelle Gewerbeflächen aufgegeben werden. Diese andere Stelle ist Hochneukirch. „Der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet in Hochneukirch ist 40 Jahre alt, und es fehlte auch das Interesse der Firmen“, sagte Wirtschaftsförderer und Gemeindesprecher Norbert Wolf gestern.
Warum es so lange nicht gelungen ist, Unternehmen an dem knapp fünf Hektar großen Grundstück anzusiedeln, sei schwer zu sagen. „Generell ist es so, dass viele Leute, die sich hier ansiedeln, eher zentral in den Hauptort wollen“, hat Wolf festgestellt. Zudem müsse die Brücke abgerissen werden, über welche die südliche Erschließung läuft. Denn die A46 soll verbreitert werden. „Das muss bis 2015 passieren“, sagte Wolf. So bliebe bei einem Gewerbegebiet nur die nördliche Erschließung über die Martin-Köllen-Straße und die K 19 Richtung Hackhausen. „Das hieße eine zunehmende Verkehrsbelastung für diese Straßen“, sagte Wolf. Das neue Gewerbegebiet Neusser Straße werde deutlich mehr nachgefragt. Was nun mit der 14 000 Quadratmeter großen Fläche passiert, die die Gemeinde gehört, ist offen. Für die restlichen 35 000 Quadratmeter müssen Privateigentümer eine Lösung finden. Derzeit wird die Fläche landwirtschaftlich genutzt. Wie viel sie damals gekostet hat, wollte Wolf nicht sagen.
Die FWG nennt eine Summe von 500 000 Euro. „Dieses Geld ist vernichtet“, findet FWG-Fraktionschef Gerolf Hommel. Das Gewerbegebiet an der Neusser Straße hätte zusätzlich zu dem in Hochneukirch als solches ausgeschrieben werden sollen.
Im Rat stimmten FWG und FDP gegen den Beschluss. „Jetzt gibt es in Hochneukirch keine Reserven mehr an Gewerbegebieten“, beklagte der Fraktionsvorsitzende der Liberalen, Herbert Altenberg. Außerdem bezweifelt die FDP, dass es notwendig gewesen sei, gegen das Gewerbegebiet Neusser Straße ein anderes zu „tauschen“. „Mit geschickten Verhandlungen hätte die Gemeinde das Gewerbegebiet an der Peter-Busch-Straße erhalten können“, ist sich Altenberg sicher. Aus Düsseldorf habe es entsprechende Signale gegeben.
„Tausch war unnötig“
Aufgegeben hat Altenberg den Gedanken noch nicht, dass es dort doch noch Gewerbe geben könnte – etwa über das Bundesbaugesetz, das „in Außenbereichen“ eine solche Bebauung zulasse. Die Grünen hatten für den Beschluss gestimmt, weil „es rechtlich nicht anders ging“, sagte Peter Dederichs. Trotzdem solle die Verwaltung darüber mit Düsseldorf sprechen, weil die Gemeinde durch den Tagebau ja auch Flächen verlöre.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



