Jüchen: Vorbildlich: Chöre fusionieren
VON TOBIAS DUPKE - zuletzt aktualisiert: 25.01.2007Jüchen (RPO). Die Kirchenchöre Bedburdyck und Gierath sind bereits vereint, Hochneukirch und Otzenrath ziehen nun nach. Für die GdG Jüchen könnte das Signalwirkung für weitere Kooperationen haben, glaubt Pfarrer Ulrich Clancett.
Die Gewinn- und Verlustrechnung geht auf, glauben die Mitglieder der beiden Kirchenchöre aus Otzenrath und Hochneukirch. Deswegen haben sie auch zugestimmt, als es vergangene Woche auf den Jahreshauptversammlungen um die Frage ging: Wollen wir fusionieren?
Auf der Verlustseite verbuchen beide Sängerkreise die Eigenständigkeit und damit auch einen Teil ihrer Identität. Aber: „Es bleibt uns nichts anderes übrig“, erklärt Theo Schwieren, Vorsitzender des Otzenrather Chores. Alleine hätten sie es nicht mehr lange geschafft. Da ist sich auch seine Hochneukircher Kollegin Christel Rippen sicher: „Gemeinsam schaffen wir eine längere Strecke. Jetzt können wir zumindest für die nächsten fünf Jahre planen.“
Die beiden Chöre
Namen Kirchenchor St. Simon und Judas Thaddäus Otzenrath, und St. Pantaleon Hochneukirch.
Proben Immer montags, 20 bis 22 Uhr, in der einen Woche in Hochneukirch, in der anderen in Otzenrath.
Mitglieder Hochneukirch 25, Otzenrath rund 20.
Gemeinsame Auftritte Unter anderem beim 25-jährigen Jubiläum Orgelforum und bei der Einweihung der neuen katholischen Kirche in Otzenrath.
Keine Pfarr-Zusammenschlüsse
Grünes Licht also von den Chormitgliedern, jetzt sind die Vorstände gefragt. Nächsten Montag treffen sich die Vorsitzenden mit Pfarrer Hans-Peter Jeandrée, um den Fahrplan abzustecken. Bereits seit einem Jahr proben die beiden Chöre gemeinsam. In der einen Woche in Otzenrath, in der anderen in Hochneukirch. So hatten die Mitglieder bereits ausreichend Gelegenheit, sich besser kennen zu lernen.
Die Kirchenchöre aus Gierath und Bedburdyck haben eine glatte Fusion vorgemacht. Seit dem 17. Januar wird der zusammengeschlossene Kirchenchor St. Martinus Bedburdyck/Gierath von einem gemeinsamen Vorstand unter Leitung von Werner Berghoff geführt.
Der neue Chor verbucht auf der Gewinnseite unter anderem einen viel größeren Klangkörper, dank der 40 bis 45 Mitglieder: 25 aus Hochneukirch und rund 20 aus Otzenrath. „Musikalisch ist das eine Steigerung“, da ist sich Theo Schwieren sicher. Aber auch neue soziale Kontakte entstehen – während der Proben und beim gemütlichen Beisammensein im Anschluss.
Pfarrer Ulrich Clancett ist sich sicher, dass solche Fusionen eine Signalwirkung in der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Jüchen haben werden. „Die Chöre können zeigen: Gemeinsam sind wir stärker, gemeinsam sind wir besser.“ Diese Wirkung wird sich daher auch auf andere Bereiche, wie die Senioren- und Caritasarbeit oder Wortgottesdienste, übertragen, glaubt Clancett. Und er beteuert: „Pläne, ganze Pfarren zu fusionieren, gibt es aber keine.“
In Hochneukirch und Otzenrath machen sich die Verantwortlichen jetzt auf die Suche nach einem neuen Namen. „Die Patronatsnamen werden wahrscheinlich weggelassen, weil die Bezeichnung sonst zu lang wird“, erklärt Wilhelm Junker, musikalischer Leiter des neu entstehenden Chores. „Es wird daher wohl auf einen Namen wie ,Katholischer Kirchenchor Otzenrath/Hochneukirch’ hinauslaufen.“
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