Jüchen: Warten auf Lenny Kravitz
VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 21.07.2009Jüchen (RPO). Viele Besucher gingen das Konzert des US-Rockstars ganz entspannt an, tranken noch ein Bierchen, bevor sie sich gemütlich in die Schlange stellten. Der Andrang war zwar groß, aber nur wenige Fans drängte es in die erste Reihe.
Am Ortseingang hießen die Jüchener ihre Gäste aus ganz Deutschland willkommen: Ein Polizist stand zwischen den Autos und macht Geschwindigkeitsmessungen. Wer über 50 fuhr, durfte neben den Erinnerungen ans Kravitz-Konzert eine Bußgeldquittung mit nach Hause nehmen. Die Jüchener Ortsdurchfahrt blieb aber gestern ruhig – die meisten Besucher reisten über die Autobahn an.
So wie das Ehepaar Balz aus Witten. Sie hatten sich bis auf den Marktplatz in Jüchen vorgewagt. Axel Balz, ein Rocker mit langem grauen Haar, schaute sich suchend um: "Wir wollen etwas zu essen", sagt er hilflos. Überall herrsche Ruhetag, selbst die Dönerbude habe zu. Axel Balz ist Fan der ersten Stunde: "Ich habe alle Platten, schon drei Mal habe ich Lenny live gesehen". Über das Internet hat sich das Ehepaar über Jüchen informiert, sie übernachteten im Dycker Weinhaus. "Da hat das Restaurant aber auch Ruhetag", seufzt Ehefrau Vera Balz. "Es scheint mir sowieso recht ruhig hier zu sein."
Konzerte bei Polo
Open Air Eine 400 Quadratmeter große, festinstallierte Bühne steht im Polo-Innenhof. Bis zu 12 000 Menschen passen auf das Gelände.
Planungen Am Samstag, 5. September, soll das nächste Konzert-Event folgen: Ein Festival mit verschiedenen Bands, darunter Boss Hoss und JBO.
Tatsächlich war sonst keine große Lenny-Euphorie in Jüchens Ortsmitte zu spüren: "Lenny Kravitz? Kenne ich nicht", sagt Karl Vossen. "Ich kann sowieso nur noch schlecht hören", meint der 88-jährige. Und eine ebenfalls ältere Dame wirft ein: "Die hätten mal den Roger Whittaker nach Jüchen holen sollen, da wär ich auch hingegangen."
Am Konzertgelände selbst gab es bis kurz vor Einlass kein großes Gedränge. Viele Besucher tranken noch ein Bierchen im Polo-Restaurant, bevor sie sich in die Schlange einreihten. Nur ein paar ganz hartnäckige Fans hatten sich Stunden zuvor direkt an den Eingang gestellt. Unter ihnen Thomas Sianas: "Seit fünfzehn Uhr stehe ich hier", erzählt der 22-jährige. Sein Ziel: "Ich will auf jeden Fall in die erste Reihe."
Andere gingen es ruhiger an. So wie Anja Viering und Nicoletta Bez aus Köln: Die beiden Freundinnen machten es sich an einem Biertisch gemütlich: "Es ist ja noch nicht so voll, wir sind ganz entspannt", meint Anja Viering. Sie habe zuerst gar nicht glauben können, dass Lenny Kravitz tatsächlich in Jüchen auftrete: "Ich dachte zuerst, das wäre eine Cover-Band." Schließlich stellten sich die Kölnerinnen in die Schlange. Dort wartete auch Sören Herzog, der extra aus Essen angereist war. Er meinte: "Der Lenny soll den Jüchenern mal zeigen, wo der Hammer hängt!"
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