Jüchen: Wie sich mit dem neuen Haus Energie sparen lässt
VON DÉSIRÉE LINDE - zuletzt aktualisiert: 29.04.2008Jüchen (RPO). Lange haben René und Anke Eßer nicht überlegt. „Uns war wichtig, unabhängig von Gas und Öl zu werden“, sagt René Eßer. Einen Gasanschluss oder Öltank finden die beiden in ihrem neuen Heim tatsächlich nicht mehr. In ihrer Abstellkammer allerdings steht ein Gerät, das wie ein Kühlschrank aussieht. Kühlen tun es aber gerade nicht: Es ist eine Luft-Wärmepumpe, die verbrauchter Raumluft Wärmeenergie entzieht.
„Das bringt viel, etwa in der Küche, wo gekocht wird“, sagt Klaus Biesen, Geschäftsführer von Viebrockhaus, die das Energiespar-Haus der Eßers baut. Auch in anderen Räumen, wo Wärme erzeugt wird, etwa durch Geräte, mache das Sinn. So finden sich in dem Raum, der mal die Küche werden soll, handtellergroße weiße Scheiben an der Wand. Durch sie wird die Luft abgesaugt. Frischluft kommt durch Belüftungsschlitze herein.
„Im Prinzip muss man nicht lüften, kann es aber“, sagt Biesen. Hinzu kommt eine gute Wärmedämmung. „Alles in allem ist das der Stand der Technik, der einem Passivhaus entspricht“, sagt Heinz-Jürgen Schütz von der Energieagentur NRW. Einziger Unterschied: Es gibt zur Dämmung zusätzlich eine Thermosohle, die dafür sorgt, dass die Wärme nicht über die Bodenplatte entweicht. Das Haus der Eßers ist ein „Zwei bis drei-Liter“-Haus. Das heißt, es verbraucht zwei bis drei Liter Heizöl im Jahr pro Quadratmeter. „So kann man größtenteils auf Beheizung verzichten im Gegensatz zu den ,normalen’ Häusern“, sagt Schütz.
Gaspreise entspannt verfolgen
Zehn bis 15 Prozent teurer ist ein solches Energiespar-Haus. „Aber selbst bei konservativen Rechnungen wenn man von einer Preissteigerung von Energie von etwa sechs Prozent ausgeht, rechnet sich das in zehn bis 15 Jahren“, sagt Schütz. Neben dem Passivhaus gibt es noch weitere Energiesparhäuser: Das sogenannte „KFW 40-60“, das vier bis sechs Liter verbraucht, weil es einen nicht mehr ganz so gute Dämmung hat und deshalb eine größere Heizungsanlage braucht, sowie das „sieben-acht-Liter“-Haus, bei dem nocheinmal etwas weniger gedämmt wird. Nur für Letzteres gibt es keine Fördermittel mehr.
Jetzt fehlen bei den Eßers nur noch die letzten Maler- und Tapezierarbeiten. In etwa zwei Wochen wollen sie einziehen. „Und dann mit einem beruhigten Lächeln auf den Lippen zu verfolgen, wie der Gaspreis steigt“, meint René Eßer.
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