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Kreis Viersen: 35 Schafe am Nierssee verendet

VON TOBIAS KLEINEBRAHM - zuletzt aktualisiert: 11.08.2007

Kreis Viersen (RPO). Die starken Regenfälle hielten Feuerwehr und Krisenstab des Kreises Viersen in der Nacht zu gestern in Atem. Mehr als 40 Mal mussten die Einsatzkräfte ausrücken. Von einer überfluteten Weide bargen sie eine Schafherde.

Mit einem Pferdetransporter wurden die Tierkadaver vom Nierssee abtransportiert. Die überlebenden Schafe kamen später auf eine neue Weide.  Foto: RPO
Mit einem Pferdetransporter wurden die Tierkadaver vom Nierssee abtransportiert. Die überlebenden Schafe kamen später auf eine neue Weide. Foto: RPO

Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und eine Schafherde in „Seenot“ – der Dauerregen in der Nacht zu Freitag hinterließ auch im Kreis Viersen deutliche Spuren. Noch bis gestern Mittag waren die Einsatzkräfte damit beschäftigt, die insgesamt 42 Notrufe, die vor allem aus Tönisvorst, Willich und Viersen bei der Leitstelle eintrafen, abzuarbeiten.

Ihren größten Einsatz hatten die Feuerwehrleute am Nierssee in Neersen, wo rund 30 Einsatzkräfte aus Neersen und Viersen eine Schafherde bergen mussten. Der See war in der Nacht über die Ufer getreten und hatte die angrenzende Weide der Schafe überschwemmt. „Ich habe erst noch versucht, die Tiere selbst zu retten, aber da war nichts zu machen“, sagte der Schäfer Klaus Schumacher. Auch die angerückten Feuerwehrleute aus Neersen und Viersen mussten sich sicherheitshalber anleinen und wateten mit Gummihosen die hüfthoch überflutete Uferböschung entlang. Die meisten der knapp 200 Schafe hatten sich bereits selbst in Sicherheit bringen können, zehn Tiere konnte die Feuerwehr noch aus dem Morast retten, für 35 jedoch kam jede Hilfe zu spät.

Info

Niers-Pegel bleibt hoch

Im Laufe des gestrigen Tages entspannte sich die Situation an der Niers zusehends. Der Flusspegel ist zwar weiterhin hoch, da dort noch das Wasser aus den überschwemmten Gebieten und den Überlaufbecken abfließt. Angesichts der guten Wetterprognose rechnet die Feuerwehr nicht mit neuen Überschwemmungen.

„Die Tiere haben einfach zu lange im kalten Wasser gestanden und sind an Unterkühlung verendet“, teilte der Einsatzleiter, Willichs Stadtbrandmeister Thomas Metzer, mit. Die überlebenden Schafe wurden auf eine andere Weide gebracht, den entstandenen wirtschaftlichen Schaden konnte der Wanderschäfer gestern noch nicht abschätzen.

Trafo-Station trocken gehalten

Ansonsten aber stellte sich die Hochwassersituation entlang der Niers weniger kritisch dar, als zunächst befürchtet. Schon im Laufe der Nacht zu Freitag hatte Kreisbrandmeister Klaus Riedel vorsorglich die Koordinierungsgruppe des Krisenstabes des Kreises Viersen aus Mitarbeitern von Feuerwehr, Polizei, Stadtverwaltung und Niersverband zusammengerufen, da die Niers im Bereich Mönchengladbach bereits erhebliche Wassermengen führte. Zwar drohte auch in Neersen die Niers über die Dämme zu treten, doch konnte die Feuerwehr das Wasser in der Nähe einer gefährdeten Trafostation noch rechtzeitig abpumpen. Gegen drei Uhr nachts war der Nierspegel über die kritische Marke von 1,50 Meter gestiegen, so dass der Niersverband die Überlaufbecken an den Kläranlagen öffnen musste, um die heranströmenden Wassermassen aufzunehmen.

Im Laufe der folgenden Stunden waren die Einsatzkräfte überwiegend damit beschäftigt, voll gelaufene Keller leer zu pumpen. Die Bewohner bedrohter Einzelgehöfte in Grefrath und Süchteln wurden noch in der Nacht vorsorglich über die Hochwasserlage informiert. Niemand musste aber evakuiert werden, Menschen kamen nicht zu Schaden.

Foto
Auch für die Feuerwehrleute war die Rettungsaktion im tiefen Wasser nicht ganz ungefährlich. Foto: RPO
Quelle: RP

 
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