Kempen: 4500 Kinder beim Kempener Martinszug
VON SEMIHA ÜNLÜ - zuletzt aktualisiert: 11.11.2009Kempen (RPO). Rund 4500 Kinder verwandelten gestern die historischen Gassen Kempens in eine märchenhafte Kulisse für die Geschichte von Sankt Martin und dem Bettler. Mit einer Lichter-Parade gedachten sie dem Heiligen Mann.
Tapfer hält Fabian Stockring (10) beim Nieselregen seine Laterne mit den berühmten van Gogh-Sonnenblumen in seinen Händen. "Mir ist überhaupt nicht kalt", sagt der Schüler der Astrid-Lindgren-Grundschule. Der Zehnjährige ist nur einer der rund 4500 Schüler, die gestern nachmittag ab kurz nach 16 Uhr am Heyerdrink bei Wind und Wetter standen und auf ihren Einsatz für den Martinszug warteten.
Einmal St. Martin hoch auf seinem weißem Pferd sehen, das Feuerwerk an der Burg bewundern und dann mit einer Blo-es, der Martinstüte voller Süßigkeiten, belohnt werden: Die Vorfreude jagte die Körpertemperaturen der Kleinen schnell in die Höhe. Mit leuchtenden Augen zogen sie dann um 17.15 Uhr mit ihrer Parade zur Burg. Und jede Schule gedachte der Geschichte um Sankt Martin und den Bettler auf ihre Art.
Die Darsteller
Zum siebten Mal übernahm Franz-Josef Trienekens, besser bekannt als Juppi, die Rolle des Sankt Martin. Wenn der 45-Jährige nicht hoch zu Ross sitzt, ist er mit etwas ganz anderem beschäftigt: mit seiner Baumschule in Klixdorf.
Premiere hatte gestern Christoph Dellmans. Der Stadtsprecher von Kempen schlüpfte zum ersten Mal in die Rolle des Bettlers. Und fühlte sich in der ungewohnten Rolle sichtbar wohl.
Von traditionell bis Comic-Kunst
Die Astrid-Lindgren-Schüler nahmen sich vier Künstler als Vorbild: Vincent van Gogh, den amerikanischen Pop-Art Künstler James Rizzi, Marc Chagall und Franz Marc. Nicht nur van Goghs berühmte Sonnenblumen zogen in leuchtenen Farben durch die Altstadtgassen, auch blaue Pferde schmückten ihre Fackeln in Erinnerung an die Künstlergruppe "Der blaue Reiter".
Die Schüler der Friedrich-Fröbel-Schule setzten auf traditionelle Motive: Auf ihren Laternen schossen die Flammen des Martinsfeuer in die Höhe. Florian (9) zeigte auf seiner Fackel, wie Sankt Martin seinen roten Mantel teilt. "Letztes Jahr hatten wir Seepferdchen auf unseren Laternen. Das fand ich auch sehr schön", erklärt der Neunjährige.
Er freute sich vor allem darauf, in der Parade mitlaufen zu dürfen und am Ende das große Feuerwerk an der Burg bewundern zu können.
Das Thomaeum fiel durch moderne Motive auf: So lächelten Bart Simpson aus der gleichnamigen Comic-Serie und die Schlümpfe die Besucher an. Außerdem setzten die Schüler auf viele Tiere: Eulen, Schmetterlinge, Löwen und Adler in bunten Transparentpapier zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Die Regenbogenschule setzte auf Himmelskörper.
Ihre sechseckigen Laternen zeigten Mond und Sterne in dunkelblau und weiß. Mit runden Laternen und Zacken präsentierten sie die Sonne. Mit ihren Laternen brachten die Kleinen die erwachsenen Zuschauer zum Staunen. Doch eines bedauerten viele: Dass die Kinder mehr liefen als gingen.
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