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Kempen: Äcker nicht in Seen verwandeln

zuletzt aktualisiert: 18.04.2007 - 23:58

Die Stadt Kempen spricht sich dagegen aus, die Auskiesungsflächen rund um Kempen zu erweitern. Die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche verwies im Hauptausschuss auf Unstimmigkeiten im Verfahren zum Gebietsentwicklungsplan. Sie hält einen Planungszeitraum von 25 Jahren für unnötig. Bei der Auswahl der Flächen würden nur die Wünsche der Auskiesungsfirmen berücksichtigt und die betroffenen Kommunen nicht gehört. Sie plädierte für eine gerechtere Verteilung der Abgrabungsgebiete: Wir haben bereits einen großen Anteil geleistet. Zumal gerade in Kempen wertvoller Ackerboden verloren ginge, der nicht renaturiert werden könne.

Unsere Äcker in Seen zu verwandeln, kann nicht der richtige Weg sein, unterstrich Rudolf Alsdorf (CDU), dagegen werden wir uns wehren. Außerdem forderte seine Fraktion einen Bericht über den Stand der Auskiesung mit besonderem Augenmerk auf die Rekultivierung. Er hegte den Verdacht, dass das Kieswerk in Königshütte nur zögerlich dieser Verpflichtung nachkomme. Auch die SPD wandte sich gegen weitere Abgrabungen. Alle Parteien sollten auf die politischen Gremien einwirken. Erstaunt zeigte sich Alexa Bernards-Niermann (Grüne), dass Bürgermeister Karl Hensel bereits im Sommer in der Presse zum Thema Stellung nahm, obwohl die zuständigen Ausschüsse sich erst jetzt damit befassen. Sie befürchtete bei weiteren Auskiesungen einen Eingriff in das ökologische Gleichgewicht. Auch wenn Udo Kadagies (FDP) im Grundsatz mit der städtischen Vorlage einverstanden war, mahnte er doch, nach Kompromissen zu suchen. Einstimmig unterstützte der Ausschuss die Verwaltung, den Gebietsentwicklungsplan abzulehnen.

Bedenken von Udo Kadagies (FDP) wegen einer Mehrbelastung Kempens durch die veränderten Flugrouten des Düsseldorfer Flughafens (Modru X) wies die Technische Beigeordnete zurück. Bereits seit dem Jahr 2000 würden täglich rund 40 bis 80 Flugzeuge über Kempen ziehen, die Verteilung ändere sich jetzt nur. Auch sei die Testphase zur Feststellung der Lärmbelastung verlängert.

Erschienen am 26. September 2002


 
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