Stadt Kempen: Als Patin Kinder begleiten
VON SEMIHA ÜNLÜ - zuletzt aktualisiert: 14.11.2009Stadt Kempen (RPO). Mit der Arbeitslosigkeit ging Margrit Sanders auf Suche: Nicht nur nach einem neuem Job, sondern auch nach einer sinnvollen Aufgabe. Bei der Freiwilligenagentur ist sie fündig geworden. Sie unterstützt Familien als Kinder-Patin.
Die Freiwilligenagentur
Gegründet als Kooperation zwischen der Stadt Kempen und dem Sozialdienst Katholischer Frauen
Arbeit Freiwilliges Engagement in gemeinnützigen Einrichtungen und Organisationen fördern
Vor vier Jahren verlor Margrit Sanders ihren Job als Steuerfachangestellte. "Plötzlich hatte ich so viel Zeit und wollte etwas sinnvolles machen", erklärt die Grefratherin. Schnell wurde Sanders fündig: Sie stieß auf die Freiwilligenagentur, eine Kooperation zwischen der Stadt Kempen und dem Sozialdienst Katholischer Frauen. Seit vier Jahren engagiert sich die 57-Jährige für Aufgaben und Projekte in der Vermittlungsagentur für freiwilliges Engagement in wohltätigen Einrichtungen und Organisationen. Die Arbeit mit Kindern liegt Sanders besonders am Herzen: Im Projekt "Paten-Kinder" kümmert sie sich um die elfjährige Chantal.
Vor allem alleinerziehende und berufstätige Mütter nehmen das Angebot der Paten-Begleitung für ihre Kinder an. Dabei steht je ein Erwachsener einem Kind im Grundschulalter zur Seite. Die Paten begleiten die Kinder ein Jahr lang an einem Nachmittag im Monat bei verschiedenen Aktivitäten, während die Mütter oder Väter die Zeit für sich nutzen können. Jedes Kind soll mit seinem Paten und der Paten-Gruppe eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung entdecken oder auch lang gehegte Wünsche umsetzen können, etwa Zoo- und Theaterbesuche, Sport oder Kreatives. Für Spiele, Kochen oder Bastelarbeiten stehen Räume im Familienzentrum Campus bereit.
Zwischen Paten und Kindern soll sich eine Vertrauensbeziehung entwickeln, die dem Kind eine zusätzliche Orientierung gibt. Das Projekt ist auf ein Jahr angelegt. Anschließend besteht die Möglichkeit, die Patenschaft auf privater Ebene fortzusetzen. So wie Margrit Sanders es seit einigen Monaten mit Patentochter Chantal tut.
Mit ihrer Patentochter ist Sanders so oft es geht zusammen. "Wir waren schon mal auf einem Ponyhof in St. Tönis und danach noch schön was essen. Oder bei Siebenlist zusammen was malen." Auf den gemeinsamen Ausflügen ist es aber nicht nur Chantal, die etwa das Ponyreiten lernt. "Auch ich lerne: Ich wusste etwa nicht, dass man am Rhein Muscheln sammeln kann. Aber bei einem Ausflug nach Kaiserswerth fanden wir das gemeinsam heraus."
Die Begeisterung ihrer Patentochter geht auch schnell auf Patentante Margrit über: "Es ist eine so schöne und positive Erfahrung, die ich in meinem Leben nicht mehr missen will." In ihrem neuen Job hat Sanders sich daher bewusst für eine Teilzeitstelle entschieden. "Ich will auch weiterhin die Möglichkeit haben, freiwillig verschiedene Projekte zu unterstützen. Dafür nehme ich mir nun die Zeit. Auch mein Ehemann unterstützt mich bei meinem Engagement."
Auch den nächsten Ausflug mit Chantal plant die 57-Jährige aus Grefrath bereits: einen Theaterbesuch von "Die kleine Hexe" in Uerdingen.
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