Stadt Kempen: Arbeit statt Ferien
VON STEPHANIE WICKERATH - zuletzt aktualisiert: 30.07.2010 - 17:00Stadt Kempen (RPO). Ferienjobs sind begehrt: Schüler und Studenten nutzen die Sommerwochen, um Geld zu verdienen. Firmen sind auf Aushilfen in der Urlaubszeit angewiesen. Bei der Arbeitsagentur gibt es noch kurzfristig Jobs für ein paar Tage.
Sie arbeiten in Fabriken und auf dem Feld. Sie verkaufen Eis und übernehmen die Aufsicht im Freibad. Sie räumen Lager auf und sortieren Akten. Zahlreiche Schüler und Studenten nutzen die Sommerferien, um Geld zu verdienen. Und die Unternehmen sind froh, dass die jungen Menschen die urlaubsbedingt ausgedünnte Belegschaft tatkräftig unterstützen.
Bei Griesson-de Beukelaer in Kempen an der Arnoldstraße wimmelt es von Ferienjobbern. Insgesamt hat das Unternehmen in diesem Sommer 45 Schüler und Studenten im Werk, die für mindestens drei Wochen Prinzen Rollen und Butterkekse sortieren und verpacken. Mit 9,80 Euro plus Schichtzulage liegt die Bezahlung im oberen Bereich. Dafür müssen die Aushilfen viel leisten: Sie arbeiten 40 Stunden in der Woche und wechseln jede Woche die Schicht.
Ferienjobs
Angebot Die Ferienjobvermittlung der Arbeitsagentur für Arbeit Krefeld/Kreis Viersen hat auch jetzt noch ein paar Stellengebote – allerdings nur kurzfristig von Firmen gemeldete Aushilfsjobs in Büro oder Produktion für wenige Tage.
Nachfrage Viele gute Schüler haben sich als Jobsuchende bei der Arbeitsagentur gemeldet. Diese appelliert an Unternehmen, urlaubs- oder krankheitsbedingt freie Stellen mit Aushilfen zu besetzen und auch unter 18-Jährige zu nehmen.
Kontakt Telefon 0 21 51-92 2220
"Ich habe gleich mit der Nachtschicht begonnen", erzählt Leonie Bosser, "das ist schon sehr gewöhnungsbedürftig." Die Studentin der Ökotrophologie (Ernährungswissenschaft) lädt die verpackten Prinzen Rollen in Kartons. "Ich bin viel in Bewegung, muss die Maschine reinigen und Störungen beseitigen", so die 21-Jährige. Das Geld, das sie in vier Wochen bei Griesson-de Beukelaer verdient, braucht sie für ihr Studium.
Katrin Kleinmanns will das Feriengeld in die erste eigene Wohnung investieren. Die 20-Jährige aus Issum beginnt im Wintersemester ein Biologiestudium in Bonn. Sie ist schon zum zweiten Mal in der Keksfabrik. Neun Wochen wird sie diesmal bleiben. Mit viel Geschick, wie Teamleiter Adam Dawid bescheinigt, achtet die junge Frau darauf, dass die Butterkekse sich nicht verheddern, B-Ware aussortiert wird und die richtige Menge in der Packung landet. "Die Zeit vergeht schnell, aber wenn es draußen heiß ist, steht die Luft in der Fabrik, und das macht die Sache schon sehr anstrengend", sagt die angehende Studentin. Allerdings gebe es auch viele Erholungsphasen, und die Mitarbeiter seien sehr hilfsbereit.
"Schule ist auf jeden Fall langweiliger", findet Erik Bartels vom Technikgymnasium Uerdingen. Der 17-Jährige hat einen Ferienjob bei der Saint-Gobain Pampus GmbH in Schiefbahn. Das Unternehmen Am Nordkanal stellt wartungsfreie Kunststoff-Metall Gleitlager für die Automobilindustrie her. Sechs Schüler arbeiten diesen Sommer in der Firma. Erik ist im Bereich Logistik eingesetzt. "Ich muss zwar etwas früher aufstehen als zur Schulzeit, aber das ist Ok", findet der Jugendliche. Zusammen mit Nils Trippler, der zweiten Aushilfe, holt er Paletten aus dem Lager, verpackt Produkte und bringt sie in den Versand. Mit den 9 Euro Stundenlohn haben die Schüler große Pläne. "Ich werde davon einen Kite-Surfing-Kursus im Urlaub bezahlen", sagt Nils. Erik will das Geld in einen Laptop investieren. Beide sind sich einig: "Es ist ein gutes Gefühl, eigenes Geld zu verdienen." Und Norbert Olders, Leiter der Logistik, ist dankbar für die Hilfe der Schüler: "Ich bin froh, dass die zwei hier sind." Frage des Tages
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